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Ärger in Schenefeld : Rentner kritisiert Dauerlicht im Stadtzentrum

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

„Pure Verschwendung“: Siegfried Schneider ärgert Dauerlicht im Stadtzentrum.

Schenefeld | Keine Wolke verdeckt den Himmel. Es ist 10 Uhr morgens. Doch sämtliche Beleuchtungslampen brennen. Das Parkhaus im Stadtzentrum leuchtet wie ein Palast. Der Schenefelder Siegfried Schneider (76) kann das nicht fassen. Er dokumentiert bereits seit mehreren Monaten – Tag und Nacht – das Brennen der Parkhausleuchten auf seinem Handy. „Das ist pure Verschwendung“, beschwert sich Schneider.

Nach den Worten Schneiders ist es ein Leichtes, die Lichtanlagen des Parkhauses effizienter zu gestalten. Auf dem Gebiet ist er Experte. Denn bis zu seiner Rente arbeitete er als Techniker für ein Unternehmen, das in Hamburg Parkhäuser und Tiefgaragen betrieb. Dabei oblag ihm besonders die Aufgabe, Immobilien zu kontrollieren und große Bausanierungen vorzunehmen.

„Selbst wenn das Stadtzentrum hier Strom zum Nulltarif bekommt, ist ein solches verschwenderisches Verhalten unmoralisch. Schließlich würden alle angehalten, Energie zu sparen“, empört sich Schneider. Eine Lösung ist nach Ansicht Schneiders, im Stadtzentrum mit Bewegungsmeldern und Notbeleuchtung zu arbeiten. „Diese Systeme sind wesentlich energiesparender“, bilanziert der 76  -Jährige.

Der ausgebildete Techniker hat bei seiner Kritik auch die Stadt Schenefeld im Blick. Die Deutsche Energie-Agentur (dena )wählte die Düpenaustadt als einzige Stadt in Schleswig-Holstein als Musterkommune für das Projekt „Energieeffiziente Kommune“ aus. Dabei analysieren Experten das Einsparpotenzial. Die Absicht: Den Energiebedarf bei öffentlichen Gebäuden und Straßenbeleuchtung bis 2020 um mindestens 20 Prozent gegenüber 2010 zu reduzieren. „Es wäre für das Image des Stadtzentrums gut, wenn es sich der Energiesparpolitik anschließen würde“, bilanziert Schneider. Gerade vor dem im vergangenen Jahr beschlossenen Energie- und Klimaschutzprogramm gelte es, effizienter zu arbeiten. Bei Politik und Centermanagement stieß er bislang noch nicht auf Gehör.

Verantwortung liegt nicht bei der Stadt

Centermanagerin Corina Schomaker möchte den Vorwurf so nicht hinnehmen. „Wir arbeiten schrittweise an einem energieeffizienten Konzept“, so Schomaker. Der Plan sei, die gesamte Beleuchtung schrittweise auf LED umzustellen. „Große Teile der alten Lichtanlage wurden schon durch LED-Lampen ersetzt“, so die Centermanagerin. Davon abgesehen sei für die Parkhaus-Beleuchtung das in Stuttgart ansässige Unternehmen Apcoa zuständig, an das das Parkhaus seit November des vergangenen Jahres verpachtet sei.

Dort weist man dies allerdings von sich. Die Haustechnik, zu der die Beleuchtung gehöre, unterstehe dem Centermanagement. „Wir haben keinen Einfluss auf die tägliche Betriebsdauer der Beleuchtung im Parkhaus“, sagt Unternehmenssprecher Tilmann Kube. Dass sich jemand an der Beleuchtung stört, sei zudem eine Ausnahme. „Normalerweise beschweren sich Bürger eher über zu wenig Licht“, so Kube.

Bürgermeisterin Christiane Küchenhof (SPD) war für ein Statement nicht zu erreichen – sie weilt derzeit im Urlaub. Das Einkaufszentrum mit seinen etwa 100 Mietern gehört wie das Schulzentrum und Harry-Brot zu den größten Energiefressern der Stadt. Insgesamt wird im Stadtzentrum eine Fläche von etwa 37.000 Quadratmetern beleuchtet und beheizt.

Im vergangenen Dezember hat die Stadt Schenefeld ein Energie- und Klimaschutzprogramm beschlossen. Durch eine Reihe von Maßnahmen – insgesamt 15 an der Zahl – will die Kommune bis Ende 2017 zehn Prozent des städtischen Energieverbrauchs und etwa 30 Prozent der Kohlendioxid-Emissionen im Vergleich zum jährlichen Mittel der Jahre 2011 und 2012 einsparen. Das Programm erarbeitete die Stadt mit Unterstützung der Deutschen Energie-Agentur (Dena), die dieser auch bei der Umsetzung beratend zur Seite steht. Zu den geplanten Maßnahmen zählen unter anderem die energetische Modernisierung des Schulzentrums, und der Außen- und Straßenbeleuchtung sowie die Umstellung auf Strom aus erneuerbaren Energien bei der Versorgung der städtischen Liegenschaften. Im Falle einer erfolgreichen Umsetzung des Programms erhält die Stadt das Zertifkat „Dena-Energieeffizienz-Kommune“.
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erstellt am 16.Apr.2015 | 12:30 Uhr

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