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Mit Kommentar aus der Redaktion : Rentner ins Gesicht geschlagen: Radfahrer ohne Licht rastet aus

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Körperverletzung in Appen: Ein Senior warnt einen Radfahrer und wird von ihm ins Gesicht geschlagen.

von
erstellt am 15.Dez.2016 | 16:15 Uhr

Pinneberg | Günter Fuhrmann ist noch deutlich geschockt. Sein Auge ist blutig, das Gesicht geschwollen und das alles nur, so erzählt er, weil ein Radfahrer defektes Licht hatte. „Meine Frau und ich sind vom Bürgerhaus aus nach Hause gegangen und uns kam ein Radfahrer ohne Licht entgegen. Ich sagte ihm: ‚Vorsicht, Sie haben kein Licht, da kommen viele alte Leute‘“, beschreibt der 78-Jährige den Vorfall, der sich nach der Seniorenweihnachtsfeier der Gemeinde Appen am Sonntag ereignet hat.

Nachdem er die Warnung ausgesprochen habe, hätte der Radfahrer eine Vollbremsung gemacht, sei umgedreht und habe ihm aufs Auge geschlagen. „Das war das erste Mal in 78 Jahren, dass sich jemand mit mir geprügelt hat“, sagt Fuhrmann. Gewehrt habe er sich nicht, seine Frau sei zwischen ihn und den Angreifer gegangen.

Fuhrmann selbst sei durch den Schlag wie benommen gewesen. „Ich musste mich erstmal setzen“. Der Radler habe zunächst seine Fahrt fortsetzen wollen, sei dann jedoch einsichtig gewesen und habe dem Senioren sein Handy gegeben, damit dieser die Polizei rufen konnte. „Er hat gesagt, er hätte mir nur einen Klaps gegeben“, so Fuhrmann, dessen Gesicht noch immer schmerzt.

Die Polizei bestätigt den Vorfall. Ein Alkoholtest bei dem Radfahrer sei negativ gewesen. Laut Polizei gibt es derzeit keine Häufung von ähnlichen Fällen „So etwas gibt es ab und zu mal“, sagt Polizeisprecherin Peggy Bandelin. Die Beamten haben eine Anzeige wegen Körperverletzung aufgenommen. Fuhrmann wurde nach dem Vorfall im Krankenhaus behandelt und musste einen geplanten Urlaub absagen. „Und das alles nur, weil ein Radfahrer ohne Licht unterwegs war“, sagt der Appener. An Heiligabend muss er das nächste Mal ins Krankenhaus: Die Fäden werden gezogen.

Kommentar: Ein Schlag gegen Engagement

Fehlendes Licht am Fahrrad und der Hinweis darauf enden mit einem Schlag ins Gesicht und einem blutüberströmten Senioren. So etwas macht Angst. Mit so etwas wird dafür gesorgt, dass  Menschen sich  davor fürchten, Engagement zu zeigen und deutlich zu machen, wenn Mitmenschen mit ihrem Verhalten andere beeinträchtigen oder sogar gefährden.
Der Radfahrer hat also viel mehr angerichtet, als den 78-Jährigen zu verletzen. Sein Sicherheits-Gefühl, wenn er eine Warnung ausspricht, wird nicht mehr ausgeprägt sein. Es ist an uns,  deutlich zu machen, dass die Gesellschaft hinter ihm steht und dass Engagement eigentlich belohnt wird. Geertje Meyer

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