„Deckel gegen Polio“ : Rellinger Schüler kämpfen für ein Leben ohne Kinderlähmung

Kinder setzten sich ein für Kinder: Die Schüler der Rellinger Caspar-Voght-Schule sammeln Tausende von Deckeln für die Finanzierung von Impfungen gegen Kinderlähmung.
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Kinder setzten sich ein für Kinder: Die Schüler der Rellinger Caspar-Voght-Schule sammeln Tausende von Deckeln für die Finanzierung von Impfungen gegen Kinderlähmung.

Mit der Aktion an der Caspar-Voght-Schule haben die Jungen und Mädchen 12.000 Verschlüsse gesammelt.

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14. Dezember 2017, 16:30 Uhr

Rellingen | Die Deckel stapeln sich in Plastiksäcken an der Rellinger Caspar-Voght-Schule (CVS). 500 CVS-Gemeinschaftsschüler haben sich für die Aktion „Deckel gegen Polio“ engagiert und mit einem tollen Einsatz 12 000 Deckel gesammelt. Bei der von den Rotariern unterstützten Aktion geht es darum, Kindern aus Ländern wie Afghanistan eine Impfung für ein Leben ohne Kinderlähmung zu finanzieren.

„Einige Schüler haben sich regelrecht Blasen geschraubt, als sie Deckel von den Flaschen lösten“, berichtet Katharina Reichstein, Vertrauenslehrerin an der Gemeinschaftsschule. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Matthias Dreyer hat Reichstein die Aktion „Deckel gegen Polio“ beaufsichtigt. „Beim Sammeln der Deckel entspann sich zwischen den Klassen ein regelrechter Wettbewerb“, berichtet Reichstein weiter. Der Klasse 6 e gelang es, 3001 Deckel zu sammeln. Mit Erfolg befestigten die Schüler Säcke bei der Polizeistation in Pinneberg. Auch die Beamten sammelten eifrig für die Mädchen und Jungen mit.

„Fabinne aus der SV gab bei einer Schülervertreter-Sitzung den Anstoß, das Vorhaben zu initiieren“, berichtet Alex (13), ebenfalls Mitglied in der Schülervertretung. Die CVSler haben die Verschlusskappen in unterschiedlichsten Geschäften gesammelt. Julian und Tom fuhren beispielsweise zum Getränkehandel Fohsack nach Ellerbek. Lehrerin Reichstein hat sich bereit erklärt, die Deckel zur Sammelstelle bei der Arena nach Stellingen zu bringen. Auf der Homepage der Aktion können sich Interessierte über zahlreiche Sammelstellen in der Metropolregion informieren.

Kunststoffdeckel von Ein- und Mehrwegflaschen, Zahnpastatuben, Getränkekartons und Verpackungen von Überraschungseiern landeten zu wohltätigen Zwecken in fünf blauen Säcken. „Bei dieser Aktion kann man mit geringem Aufwand viel bewirken“, erläutert die Pädagogin. Lehrer Matthias Dreyer lobte „das überragende Engagement“ seiner Schüler. Die Jugendlichen trügen die Informationen über das Projekt in die einzelnen Elternhäuser hinein. Schüler und Lehrer möchten bis Weihnachten die doppelte Menge an Deckeln schaffen.

Die Verschlüsse bestehen aus Polyethylen, einem hochwertigen Plastik. Recyclingunternehmen kaufen sie auf. Mit dem Geld werden lebenswichtige Polio-Impfungen finanziert. Der Erlös geht an Kinder im In- und insbesondere auch im Ausland, die an Poliomyelitis, also Kinderlähmung leiden.

Für den Erlös von 500 Deckeln, also einem Kilogramm, kann eine Impfung bezahlt werden. Der Polio-Schutz kostet zwischen acht bis zehn Euro pro Kind. Viele Mädchen und Jungen können sich die Impfung nicht leisten. Die Kinderlähmung ist eine hoch ansteckende Krankheit, die vor allem Kleinkinder befällt. Symptome dieser Infektionskrankheit gehen von Lähmungserscheinungen bis hin zum Tod. Mit einer Impfung erhalten die Kinder einen lebenslangen Schutz. Nur noch in drei Ländern der Erde, Nigeria, Afghanistan und Pakistan, kommt das Virus frei vor und infiziert nach wie vor den Nachwuchs.

Ein Plastikverschluss wiegt im Durchschnitt zwei Gramm. Weitere Informationen zu der Aktion gibt es hier. Firmen, die sich noch an der Aktion beteiligen wollen, können ihre Deckel im Sekretariat der CVS-Schule abgeben. „Langfristig ist anvisiert, Sammelbehälter bei uns aufzustellen“, informiert Reichstein. Benötigt werden ausschließlich Kunststoffdeckel. Metallschraubverschlüsse, Kronkorken und Korkverschlüsse gehören nicht in die Sammlung.
 

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