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Pinneberger Tageblatt

19. Oktober 2017 | 12:02 Uhr

Rellingen will mehr Flüchtlinge

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Leerstand: Gemeinde rechnet mit 210 freien Plätzen / Aufnahme über Quote hinaus im Gespräch

Andere Kommunen suchen händeringend nach Unterbringungsmöglichkeiten, in Schenefeld entsteht gerade die größte zentrale Container-Unterkunft in der Region für 264 Menschen. Rellingen sorgt sich stattdessen um den drohenden Leerstand – und denkt laut über die Aufnahme von weiteren Flüchtlingen über die Quote des sogenannten Königsteiner Schlüssels hinaus nach.

Bis Ende April rechnet die Gemeinde mit 140 freien Plätzen in ihren Unterkünften (derzeit leben in der Gemeinde etwa 200 Flüchtlinge). Da die neuen Unterkünfte in der Kellerstraße und im Oberen Ehmschen voraussichtlich bis dahin fertiggestellt sein sollen, werden danach sogar 210 Plätze unbesetzt sein. Das geht aus einer Verwaltungsvorlage hervor, die in einer Sondersitzung des Hauptausschusses am kommenden Donnerstag, 3. März, ab 19 Uhr im Ratssaal des Rathauses beraten werden soll. Rellingen hatte sich vorbereitet. Auf 120 neue Flüchtlinge, die laut Prognose in den ersten vier Monaten dieses Jahres ankommen sollten. Jetzt rechnet die Gemeinde nur noch mit 29 Zuweisungen in diesem Zeitraum. Eine Prognose, die für Rellingen vor allem eines bedeutet: Mehrkosten. „Es werden somit zeitweise Leerstände bei den Unterkünften – ohne Gegeneinnahmen aus Nutzungsentschädigungen und Mieten über das Sozialamt Pinneberg – zu Lasten der Gemeinde Rellingen entstehen“, heißt es in der Vorlage. Auch die Einnahmen aus der Integrations- und Aufnahmepauschale würden später als geplant zur Verfügung stehen, um Mietverluste ausgleichen zu können.


Kommunen könnten entlastet werden


Also was tun? Vorschläge sind, angemietete Objekte vor den gemeindeeigenen Unterkünften zu belegen, die Zimmeraufteilung zu reduzieren und die Fertigstellung neuer Unterkünfte hinauszuzögern. Im Gespräch ist aber auch, „eine sofortige Aufnahme von Asylbewerbern und Flüchtlingen über die Quote nach dem Königsteiner Schlüssel hinaus beim Kreis Pinneberg zu beantragen“. Ein Paukenschlag – auch vor dem Hintergrund des Streits um eine geplante große Sammelunterkunft zwischen dem Kreis Pinneberg und Uetersen. Rellingens Verwaltung schreibt selbst: „Diese Maßnahme würde zur zeitweisen Entlastung aller anderen Kommunen des Kreises führen, die je nach zukünftiger Zuweisung wieder ausgeglichen werden müsste.“ Denn denkbar sei eine zeitweise Zwischenvermietung von Plätzen. Darüber wird die Politik am Donnerstag debattieren.

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