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Das „Gewerbegebiet mit Leben füllen“ : Rellingen verkauft 8,45 Hektar großes Areal an der Tangstedter Chaussee

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Käufer ist das Unternehmen Hatje GmbH & Co. KG. Ein Rücktrittsrecht ist dabei vertraglich verankert.

Rellingen | Acht Jahre ist es mittlerweile her, dass die Stadt Rellingen die ehemalige Baumschulfläche an der Tangstedter Chaussee erwarb. „Die damaligen Planungen sind aus unterschiedlichen Gründen obsolet geworden“, erläuterte Rellingens Bürgermeisterin Anja Radtke (parteilos). Vor zwei Jahren entschied die Politik, das 8,45 Hektar große Gelände als Gewerbegebiet zu vermarkten. „Wir sind aber schnell an unsere Grenzen gestoßen“, sagte Radtke. Daher entschied sich die Politik, das Gelände an einen Investor zu veräußern, der das Gewerbegebiet nun mit Leben füllen soll.

Jetzt unterzeichneten Radtke und Ines Kitzing, Geschäftsführerin der Hatje GmbH & Co. KG, den Kaufvertrag. „Wir haben ein transparentes und diskriminierungsfreies Bieterverfahren durchgeführt und hatten zwei Bieter“, sagte Radtke und ergänzte: „Ich freue mich, dass wir mit einem örtlichen Partner an der Seite in die Planung gehen.“

Anfang des Jahres soll eine öffentliche Bürgeranhörung stattfinden. Dann sollen die überörtlichen Behörden angeschrieben werden. Wann das erste Unternehmen angesiedelt werden könnte, wollten Radtke und Kitzing nicht festlegen. „Ich möchte gerne sagen Ende kommenden Jahres, aber das ist schwer einzuschätzen“, betonte Kitzing. Denn zuvor muss ein Verkehrsproblem gelöst werden. An der Ecke Hauptstraße/Tangstedter Chaussee muss eine Linksabbiegerspur eingerichtet werden. Das sei das Ergebnis eines Verkehrsgutachtens gewesen. „Das große Ziel ist es, ein Einvernehmen zu erreichen, um das Projekt voranzutreiben“, sagte Radtke. Dabei will sie die Investoren unterstützen, denn um die Linksabbiegerspur auszubauen müsste das Schuhhaus Tritschoks, das auf der Kreuzung seinen Sitz hat, auf Parkplätze verzichten. „Wir haben bereits mehrfach verhandelt, aber keine Einigung erzielt“, erläuterte Radtke. Sollte diese nicht erreicht werden, könnte das gesamte Projekt scheitern. „Ob es eine Alternative gibt, weiß ich nicht“, sagte Radtke.

Gunnar Tritschoks, Geschäftsführer des Schuhhauses an der Ecke Hauptstraße/Tangstedter Straße, zeigte sich im Gespräch mit dieser Zeitung gesprächsbereit: „Ich sage nicht grundsätzlich nein, will aber erst einmal die Pläne sehen, um sie auch mit den Nachbarn zu besprechen.“ Ihm sei klar, dass die Parkplätze wegfallen würden. Bereits 1985 hatte der Unternehmer etwa 300 Quadratmeter Fläche vor seinem Ladengeschäft an die Gemeinde verkauft, so dass ein Rad- und Fußweg gebaut werden kann. „Ich muss erst sehen, wie sich die Gemeinde das vorstellt. Wir haben aber bereits Vorgespräche mit Hatje und Frau Radtke geführt“, erläuterte Tritschoks.

Rücktrittsrecht von Seiten der Stadt

Kitzing bestätigte, dass man sich von Seiten der Stadt ein Rücktrittsrecht habe zusichern lassen. Über Details wollte sie sich ebenso wenig äußern wie die Stadtverwaltung zum erzielten Preis für die Gewerbefläche. „Die Einnahmen werden mit einem Sperrvermerk versehen“, bestätigte Andrea Reichert, Fachbereich Planen und Bauen, Verkehrsangelegenheiten und Bauberatung.

Sollte die Verkehrserschließung gelöst werden – die Verwaltung geht von einer Planung binnen der nächsten sechs Monate aus – soll die Gesamtfläche in einzelne Parzellen aufgeteilt werden, die vorrangig an Rellinger Unternehmen verkauft werden sollen. 21 Unternehmen hatten im Vorfeld bereits ihr Interesse bekundet. „Wir freuen uns über die Vorarbeit, glauben aber nicht, dass jemand bereits unsere Arbeit gemacht hat. Es wird sich herausstellen, ob das Interesse weiterhin besteht“, sagte Kitzing, die bereits Gewerbeflächen in Mecklenburg-Vorpommern erschlossen hat. Selbst wolle die Hatje GmbH die Flächen nicht nutzen, auch dies sei im Vertrag mit der Stadt geregelt. Auch eine Vermietung sei derzeit laut Kitzing ausgeschlossen: „Dann müsste jemand etwas bauen, das wir vermieten könnten. Derzeit gehen wir von einem Verkauf aus.“ Ein neuer Geschäftsbereich solle die Vermarktung aber nicht werden: „Es ist aber eine interessante Aufgabe, mit der auch Geld zu verdienen ist.“ Radtke: „Wir möchten das Gewerbegebiet mit Leben füllen. Und zwar schnell.“

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erstellt am 20.Nov.2015 | 00:37 Uhr

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