zur Navigation springen

Politik stimmt für Sozialstaffel : Rellingen bezuschusst Betreuung

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Einkommensschwache Eltern, deren Kinder das Betreuungsangebot an den Grundschulen wahrnehmen, werden künftig bei der Finanzierung unterstützt.

shz.de von
erstellt am 24.Feb.2016 | 16:00 Uhr

Rellingen | Rellingen führt ein, was schon länger gefordert wurde: Einkommensschwache Eltern, deren Kinder das Betreuungsangebot an den Grundschulen wahrnehmen, werden künftig bei der Finanzierung unterstützt. Die Gemeindevertreter haben am Montagabend die Bezuschussung über eine Sozialstaffel beschlossen – der Eigenanteil der Eltern liegt demnach noch bei 20 beziehungsweise 50 Prozent.

Für Rellingens Bürgermeisterin Anja Radtke (parteilos) ist das ein wichtiger Schritt für die Zukunft. Denn das erklärte Ziel der Gemeinde ist, dass die Betreuung der Kinder, die aus dem Kita-Alter raus sind, künftig von den Vereinen an den Schulen organisiert wird. Dadurch schafft die Gemeinde in den Kindertagesstätten Raum für Elementar- und Krippenplätze. „Die brauchen wir dringend“, sagt Radtke.

Betreuungsgruppen an den drei Rellinger Grundschulen – Brüder-Grimm-Schule, Erich Kästner Schule und Caspar-Voght-Schule – gibt es bereits. Allerdings gab es bisher ein Problem: Für betreute Kinder in Hortgruppen in den Kitas greift die kreisweite Sozialstaffel – für die Betreuungsklassen an den Schulen nicht. Diese Lücke will die Gemeinde jetzt schließen. „Alle Eltern sollen gleichberechtigt die Betreuung über die Schulvereine in Anspruch nehmen können“, erläutert Radtke. „Eine Benachteiligung bei den Kosten wäre auch fatal für den Bildungsstand.“ Da es sich um eine freiwillige Leistung handelt, muss die Gemeinde selbst für die Kosten aufkommen. Für dieses Jahr – die Sozialstaffel soll zum neuen Schuljahr 2016/2017 eingeführt werden – plant die Verwaltung mit Ausgaben in Höhe von 7000 Euro, für 2017 insgesamt mit 20.000 Euro.

Bezuschusst werden ausschließlich Kinder, die in Rellingen gemeldet sind. Antrag auf diese Unterstützung können Eltern stellen, die Leistungen vom Jobcenter oder Sozialamt oder nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erhalten. Bei ihnen beträgt der Eigenanteil 20 Prozent. Für Wohngeldempfänger entfallen 50 Prozent der Kosten. Viele Rellinger nehmen das Angebot der Betreuungsklassen bereits in Anspruch. 2015 waren laut Silke Mannstaedt vom Bürgerservice 310 Kinder angemeldet. Für dieses Jahr rechnet die Verwaltung mit 332.

Träger der Angebote sind Schulvereine, die in den vergangenen Jahren gegründet wurden. Sie decken bisher noch unterschiedliche Zeiten ab. So bietet die Brüder-Grimm-Schule eine Betreuung bis 15 Uhr, die Erich Kästner Schule bis 16 Uhr und die Caspar-Voght-Schule bis 17 Uhr an. Folglich sind auch die Kosten für die Betreuung unterschiedlich hoch. Sie liegen zwischen 76 und 130 Euro pro Monat.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert