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Pinneberger Tageblatt

21. August 2017 | 12:35 Uhr

Pinneberg : Rekord-Ansturm im Repair-Café

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

81 Besucher lassen in der Pinneberger Lutherkirche defekte Gegenstände reparieren. Schwerpunkt liegt auf Elektrokleingeräten.

Pinneberg | „Viele wollten sehen, ob ich meine Ankündigung wahr gemacht habe“, sagte Holger Jensen, Initiator des Repair-Cafés in der Lutherkirche, lachend. Er hatte angekündigt, im T-Shirt mit dem Aufdruck „Wenn Opa es nicht reparieren kann, kann es keiner“, zu der Veranstaltung am Sonnabend zu kommen. Und er hielt Wort. „Das kam gut“, erläuterte Jensen.

Das galt auch für die sechste Auflage des Repair-Cafés insgesamt: 81 Aufträge bedeuteten einen Rekord. „So viel Nachfrage hatten wir noch nie. Das ist aber jetzt auch fast das Limit, was machbar ist“, sagte Jensen. Man sei regelrecht überlaufen worden. Schon beim Einlass hätten sich lange Schlangen gebildet. Wegen des Andrangs wurde das Café um etwas mehr als eine Stunde verlängert.

Etwa die Hälfte der Reparaturen betraf defekte Elektronikgeräte. „Wir sind froh, dass wir drei neue Reparateure dabei haben“, sagte Jensen. Bernd Zimmerling, Wolfgang Schön und Andreas Kaminski seien direkt ins kalte Wasser geworfen worden. „Es gab so viel zu tun, dass sie direkt mit anpacken mussten. Die Einarbeitungszeit war kurz“, sagte Jensen. „Ich habe von der Idee der Repair-Cafés im Radio gehört und dann im Pinneberger Tageblatt gelesen, dass es eine Gruppe in Pinneberg gibt“, berichtete Zimmerling. Über das Internet habe er Kontakt zu Jensen aufgenommen, der scherzte: „Ich habe erstmal seine Bewerbungsunterlagen angefordert.“ Diese überzeugten. „Ich bin Architekt im Ruhestand, habe aber vorher eine Ausbildung im Handwerk zum Betonbauer gemacht und besitze einen Hang zum Reparieren“, sagte Zimmerling. Am Sonnabend kümmerte er sich um defekte Elektrogeräte und Computer. „Von den Kollegen wurde ich sehr freundlich und kommunikativ aufgenommen. Hier spricht man sich gleich mit Vornamen an, was ich sehr angenehm finde“, sagte Zimmerling.

Nur an die Wünsche der „Kunden“ müsse er sich noch gewöhnen: „Man muss sich sehr wundern, mit welchen Problemen die Leute hierher kommen.“ So sei eine junge Frau mit der Fehlerbeschreibung „Mein PC ist so langsam“ bei ihm erschienen. „Den aufzuräumen hätte Stunden gedauert“, sagte Zimmerling. „Einfacher ist es bei Computern, wenn gar nichts geht“, berichtete Jensen aus seiner Erfahrung. Am Sonnabend verkaufte die Gruppe erstmals auch gespendete Geräte wie DVD-Player, Entsafter, Tastaturen, Smoothiemixer oder alte Monitore. „Das wurde sehr gut angenommen“, freute sich Jensen. Die Einnahmen bleiben quasi in der Familie. Das Geld soll in Vlies investiert werden. Der Stoff werde in der Handarbeitsgruppe der Lutherkirche als Füllung für „Mini Deckis“ verwendet, die an Flüchtlingskinder verteilt würden, wie Jensens Frau Eike-Bettina erläuterte. Das nächste Repair-Café findet am Sonnabend, 21. Mai, in der Lutherkirche statt.

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erstellt am 23.Feb.2016 | 17:30 Uhr

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