Runder Tisch : Reiter und Hundehalter im Dialog in Ellerbek

Sorgten für eine Überraschung am Runden Tisch: Monika Hutny und Sohn Tobias (vierte und fünfter von links). Sie brachte den Stein ins Rollen: Monika Schimanowski (sechste von links).
Sorgten für eine Überraschung am Runden Tisch: Monika Hutny und Sohn Tobias (vierte und fünfter von links). Sie brachte den Stein ins Rollen: Monika Schimanowski (sechste von links).

Unterschiedliche Interessensgruppen setzten sich an einem Tisch. Konstruktive Gespräche und konkrete Lösungsansätze.

shz.de von
18. Juni 2018, 13:40 Uhr

Mehr gegenseitige Rücksichtnahme, gemeinsame Baumpflanz-Aktion, Setzen von Fledermauskästen, Information, Aufklärung sowie eine Vernetzung untereinander zur Umsetzung nachhaltiger Ideen im Zusammenleben von Hund, Pferd, Natur und Mensch: Das sind die Ergebnisse eines runden Tisches in Ellerbek, zu dem das Dorfgeflüster Bönningstedt Hundehalter, Pferdebesitzer und interessierte Bürger eingeladen hatte.

Wald ist in Privatbesitz

Hintergrund für das Treffen war eine Ellerbeker Gemeinderatssitzung, in der Hundehalterin Monika Schimanowski ihren Unmut über das zunehmende Ausmaß an Pferdeäpfeln auf den Wegen im Hexenwäldchen der Gemeinde zum Ausdruck gebracht hatte. Die Situation drohte zu eskalieren, als die Pferdebesitzer konterten, dass andererseits nicht angeleinte Hunde eine Gefahr darstellen würden, und auch den Hundekot beklagten.

Danuta Szczesniewski, Herausgeberin des monatlichen Magazins „Dorfgeflüster“, bedauerte die Stimmung zutiefst. „Ich fand es ganz schlimm. Ich bin der Meinung, man kann über alles reden, und es gibt immer eine Lösung“, rekapitulierte sie zu Beginn des Rundes Tisches. Mit ihrer Meinung und der Idee, alle Beteiligten an einen Tisch zu holen, sollte sie offensichtlich Recht behalten. Nachdem Hundehalter, Pferdebesitzer und Naturliebhaber sich gegenseitig ihre Befindlichkeiten, Sorgen sowie auch Wünsche mitteilen konnten, verbesserte sich die Stimmung in der Runde merklich.

Empathie für das Gegenüber

Empathie für das jeweilige Gegenüber machte sich zunehmend breit und es wurde zusammen nach nachhaltigen Lösungen für die unterschiedlichen Probleme gesucht. Für eine Überraschung während der Gesprächsrunde sorgte Monika Hutny mit Sohn Tobias. Waren bisher alle Beteiligten davon ausgegangen, dass das Hexenwäldchen Gemeindeeigentum ist, trifft das tatsächlich nur auf den Weg zu. Der Forst ist im Privatbesitz der Familien Hutny und Kudenholdt.

Hutny betonte, dass sie grundsätzlich keine Einwände habe, dass Spaziergänger, Hundehalter und auch Reiter auf ihrem Grundstück verkehren. Allerdings solle das auf den vorhandenen Wegen und mit dem nötigen Respekt für die Umwelt geschehen. Die Eigentümerin führte aus, wie der Wald, Anpflanzungen ihrer Familie und infolge dessen auch die dort lebende Fauna in den vergangenen Jahren gelitten haben. Ein Zugang zur Aue sei offensichtlich recht beliebt, da immer neue Trampelpfade entstehen würden, was der ufernahen Natur bereits erhebliche Schäden zugefügt habe, berichtete Hutny weiter.

Sofortige Abhilfe für dieses Problem brachte ein Vorschlag von Günther Hildebrand (FDP). Der Bürgermeister telefonierte noch während der Gesprächsrunde mit Hermann Ahrens, dem Vorsitzenden des Wasserverbandes aus Tangstedt. Das Ergebnis: Es wird ein Ortstermin mit verschiendenen Interessensvertretern anberaumt, um nach einem geeigneten Wasserzugang zur Mühlenau für Mensch und Tier zu finden.

Am Ende des Abends herrschte eine einvernehmliche, freundliche Stimmung voller konstruktiver Vorschläge und dem festen Willen, anstehende Probleme zukünftig gemeinsam anzupacken. Eine nächste Gelegenheit dazu bietet ein Gottesdienst für Mensch und Tier am Sonntag, 24. Juni, um 10 Uhr im Reitstall von Nicole Ortlepp im Ellerbeker Moordamm. Pastorin Birgit Vocka von der Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde wird die Besucher, die auch ihre Haustiere mitbringen dürfen, durch diesen besonderen Gottesdienst führen.

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