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Küstenautobahn A20 : Reinhard Meyer plädiert für offene Karten beim Thema Umweltschutz

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Landesverkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) verteidigt A20-Route.

Kreis Pinneberg | Beim Blick auf die Tischdekoration im Vereinsheim „Op de Host“ in Horst bei Elmshorn musste Reinhard Meyer (SPD), Schleswig-Holsteins Minister für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie, am Sonnabend schmunzeln. Dort lagen mehrere Ausdrucke der geplanten Streckenführung der Autobahn 20 – versehen mit Modellautos. „Wir wollen, dass dort künftig nicht nur Spielzeugautos fahren, sondern auch echte“, sagte Meyer im Gespräch mit den SPD-Kreisvorsitzenden Thomas Hölck aus Pinneberg, Karin Thissen aus Steinburg, Stefan Weber aus Segeberg und Michael Wolpmann aus Dithmarschen sowie Gerlinde Böttcher-Naudiet, Gemeindevertreterin Horsts. „Der Weiterbau der A20 ist für die gesamte Region ein wichtiges Projekt, es wird uns aber nur gelingen, wenn wir alle an einem Strang ziehen“, sagte Meyer. Trotz zahlreicher Probleme, die zu Verzögerungen führen, will Meyer an den Plänen seines Vorgängers festhalten: „Wir prüfen die Alternativen, aber uns erscheint die damals geplante Trasse am geeignetsten.“ Nun müssten die Hausaufgaben erledigt werden, um die Planfeststellungsverfahren umzusetzen.

Zumindest für den Weiterbau der A20 bei Bad Segeberg blickte Meyer positiv in die Zukunft. Der Bau des zehn Kilometer langen und zirka 150 Millionen Euro teuren Anschlussstücks zwischen Weede und Wittenborn wurde 2013 vom Bundesverwaltungsgericht in Leipzig gestoppt, nachdem die Umweltschutzorganisationen BUND und Nabu gegen das Verkehrsprojekt geklagt hatten, da der Schutz von Fledermäusen auf ihren Flugrouten zu den Kalkberghöhlen von Bad Segeberg nicht ausreiche. „Die meisten Fledermäuse verlassen das Gebiet nördlich und kreuzen dabei häufig sogar die existierende A21“, berichtete Meyer aus den Forschungen, die mit dem Fledermaus-Zentrum Noctalis durchgeführt wurden. „Ich kann mich nicht erinnern, dass wir eine große Anzahl von Unfällen mit Fledermäusen hatten. Ich will das aber nicht satirisch bewerten“, sagte Meyer. Anschließend schoss er verbal gegen einige Bürgerinitiativen: „Wenn man unter dem Deckmantel ‚Umweltschutz‘ Themen vorschiebt, um die Autobahn zu verhindern, dann sollte man die Karten offen auf den Tisch legen.“

„Die Gerüchte sind etwas, was mich total ärgert. Ich sage jedem, der das behauptet: ‚Butter bei die Fische‘“, sagte Meyer verärgert über Berichte von Unternehmensabwanderungen. Der Landesminister betonte: „Es gibt kein Logistikunternehmen, das Schleswig-Holstein als Standort in Frage stellt, da viele auch nach Skandinavien liefern. Ich trete Gerüchten immer entgegen. Das wird bewusst politisch gestreut.“

 

„Wir stehen zu diesem Projekt und wollen, dass es zügig realisiert wird“, sagte Thomas Hölck, Vorsitzender des SPD-Kreisverbands Pinneberg. Da Pinneberg der bevölkerungsmäßig größte Kreis ist und ständig wächst – im vergangen Jahr um ein Prozent – sei es notwendig, die Anbindung in die Metropolregion zu verbessern und die vorhandenen Straßen zu entlasten. „Weiche Faktoren gewinnen an Bedeutung bei der Standortwahl hochqualifizierter Mitarbeiter“, fügte er an. Hölcks Amtskollege aus Dithmarschen, Wolpmann, sah auch einen sozialen Aspekt: „Die Ost-West-Querung verbessert das Zusammenwachsen des Landes. Das baut vielleicht auch Vorurteile ab, die existieren, weil man sich nicht so oft sieht“, sagte er lachend.

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erstellt am 02.Nov.2015 | 13:00 Uhr

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