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32. MaiFestival : Reichtum an Melodien und Klängen

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Mehr als 1200 Besucher genießen drei Tage Musik auf hohem Niveau. Gelungener Mix aus Barock und Moderne.

Rellingen | Mehr als 1200 verkaufte Karten beim 32. Rellinger MaiFestival in der Barockkirche. Stars der internationalen Klassikszene haben in guter alter Tradition das zahlreich erschienene Publikum in den Bann gezogen. Der Vorsitzende des Vereins zur Förderung der Musik an der Rellinger Kirche (MRK), Michael Schopf, begrüßte das Publikum am ersten Festivaltag im Namen des künstlerischen Leiters Luz Leskowitz. „Er wechselt lieber die Seiten auf seiner Stradivari, als Worte zu wechseln,“ zeigte sich Schopf humorig.

Mit der Ouvertüre in D-Dur zur Serenade für die Hamburger Admiralität – 1773 für drei Trompeten, Pauken, Streicher und Basso continuo eröffneten die Musiker das Konzert. Der als einer der führenden Trompeter seiner Generation geltende Joachim Karl Schäfer überzeugte bei der Ouvertüre von Georg Philipp Telemann mit dynamisch-sensiblem Stil sowie technischer Souveränität.

Beim virtuos interpretierten Adagio für Streicher und Orgel von Tomaso Albinoni und Remo Giazotto handelte es sich um eine romantisch-gefühlvolle Barock-Fantasie. Weitere Höhepunkte aus der barocken Klassikszene folgten. Die Salzburger Solisten mit Luz Leskowitz, Elena und Tatiana Issaenkova, Vladimir Mendelssohn, Uwe Hirth-Schmidt und Kristine Hanskov interpretierten ebenso technisch souverän wie gefühlvoll Stücke von Georg Philipp Telemann für drei Trompeten, Pauken, Streicher und Basso continuo.

Mit der berühmten „Chaconne“ in g-Moll von Tomaso Antonio Vitali zogen Organist Oliver Schmidt und Nachwuchsgeiger Aylen Pritchin das Publikum von der Empore aus in den Bann. Zuhörerin Inge Meewes aus Pinneberg gehörte am ersten Festivaltag zu den beeindruckten Besuchern. „Das Konzert gefällt mir sehr gut“, sagte die pensionierte Lehrerin.

Pastorin Iris Finnern eröffnete das MaiFestival am zweiten Konzerttag. Die Pianistinnen Misa Hasegawa und Mari Kato, Cellist Uwe Hirth-Schmidt, Geigen-Legende Luz Leskowitz, Bratschist Vladimir Mendelsssohn und Geigen-Nachwuchsstar Aylen Pritchin faszinierten unter dem Motto „Tastenzauber“ mit Stücken von Schubert, Schostakowitsch, Brahms und Schnittke. Das Konzert endete mit dem zweiten Klavierquintett von Dvorák, einem der Höhepunkte in Dvoráks Kammermusik. Die Zuhörer schwelgten beim auf Tänze und Volkslieder Böhmens zurückgreifenden virtuosen Stück in einem Reichtum an Melodien und Klängen.

Michael Schopf (v. l.), Ulrike Stratmann sowie Thomas und Ulrike Pötzsch zählen zu den begeisterten Festivalförderern.
Michael Schopf (v. l.), Ulrike Stratmann sowie Thomas und Ulrike Pötzsch zählen zu den begeisterten Festivalförderern. Foto: Frauke Heiderhoff
 

Die Legenden Luz Leskowitz und Karl Leister trafen am dritten Festivaltag aufeinander. Der ehemalige Soloklarinettist unter Karajan Karl Leister, der Maestro und die weiteren Streicher ernteten beim Quintett in B-Dur von Carl Maria von Weber Bravorufe und nicht enden wollenden Applaus. Mozart und moderne Komponisten wie Victor Suslin standen beim Finale im Vordergrund. Flötistin Sharon Bézaly bannte das Publikum mit lyrisch-farbenreichem Spiel.

Kantor Oliver Schmidt, Unternehmer Thomas Pötzsch und Michael Schopf zogen eine positive Bilanz: „Das Festival war sehr gut besucht“, sagte Pötzsch. Mancher dachte nach dem Konzert vielleicht an den im Programmheft abgedruckten Satz Martin Luthers. „Es fließt mir das Herz über vor Dankbarkeit gegen die Musik.“

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