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Wer verdient wieviel? : Reiches Tangstedt, armes Helgoland

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Bürger im Kreis Pinneberg sind wohlhabender als der Landesdurchschnitt. Einkommen in Städten des Kreises geringer als in den Gemeinden.

Die – durchschnittlich – reichsten Menschen im Kreis Pinneberg leben in Tangstedt, die ärmsten in Helgoland. Das geht aus einer Erhebung des Statistischen Amts für Hamburg und Schleswig-Holstein hervor. Alle drei Jahre erstellen die Statistiker die Lohn- und Einkommenssteuerstatistik. Daraus resultieren Daten über die Steuerpflichtigen und deren Einkünfte. Die Zahlen, die in den vergangenen Jahren ausgewertet und nun veröffentlicht wurden, stammen aus dem Jahr 2010. Es spricht aber nichts dafür, dass sich an den Rangfolgen der Kreise und Kommunen innerhalb der Kreise etwas Grundlegendes geändert hat. „Wir haben diese Daten bislang nur alle drei Jahre ermitteln dürfen. Demnächst soll das jährlich geschehen“, sagte Margarete Haberhauer vom Statistischen Amt.

1.344.021 Steuerpflichtige wurden für die jetzt vorliegende Statistik erfasst. Ihr Gesamteinkommen im Jahr der Auswertung: 43,34 Milliarden Euro. Die Schere zwischen den Einkommen klafft allerdings auch in Schleswig-Holstein weit auseinander: 515 der Steuerpflichtigen hatten ein Jahreseinkommen von mindestens einer Million Euro. Davon kann der Normalverdiener nur träumen. Die Hälfte der Menschen hatte nämlich ein Jahreseinkommen von höchstes 23.178 Euro. Damit lagen sie weit unter dem Landesdurchschnitt von 32  248 Euro und noch deutlicher unter dem Durchschnitt im Kreis Pinneberg von 36.623 Euro.

Trotz dieses Wohlstands im Kreisgebiet gibt es auch hier zum Teil erhebliche Differenzen von Gemeinde zu Gemeinde. Die meisten Menschen, die im Kreis Pinneberg über ein hohes Einkommen verfügen, wohnen in Tangstedt. Bürgermeister Detlef Goos (FDP): „Wir befinden uns im Speckgürtel von Hamburg, sind eine fast reine Wohngemeinde und haben in den vergangenen Jahren viel für die Kinderbetreuung getan“, nennt er die Gründe, die seiner Ansicht nach Tangstedt so attraktiv machen. Dazu gehörten Krippenplätze, ein hauptamtlicher Jugendpfleger und ein Jugendhaus. Hinzu komme, dass Tangstedt vor zwölf Jahren ein großes Wohngebiet mit 100 Einheiten ausgewiesen habe.

Auf Platz zwei der Liste steht Ellerbek. „Es wohnen hier viele gut verdienende Menschen“, bestätigt Bürgermeister Günther Hildebrand (FDP). Die Gründe liegen für ihn auf der Hand: „Die Menschen wohnen im Grünen, sind aber schnell in Hamburg mit seinen Angeboten.“ Zudem böten die Ellerbeker Vereine viele gute Möglichkeiten der Freizeitgestaltung.

Auf Platz fünf steht die Marschgemeinde Seestermühe. „Das überrascht mich“, sagt Bürgermeister Thorsten Rockel (SPD). Allerdings sei die Entwicklung der Einkommenssteuer in jüngster Zeit „ganz gut“. Es zögen immer öfter Menschen aus Hamburg oder anderen Gemeinden nach Seester. „Da wird wohl eine Handvoll dabei sein, die gut verdienen“, sagt Rockel.

Während Seestermühe und auch Klein Nordende quasi der Speckgürtel von Elmshorn sind, langt das Durchschnittseinkommen der Menschen in der größten Stadt des Kreises nur für Platz 44 und liegt damit noch unter dem Landesdurchschnitt. Für Bürgermeister Volker Hatje (parteilos) keine Überraschung: „Das liegt an der Sozialstruktur. 30 Prozent des sozialen Wohnungsbaus im Kreis Pinneberg gibt es in Elmshorn.“ Entsprechend viele Bürger hätten nur eine geringes Einkommen. Zudem lebten in Elmshorn viele Flüchtlinge. Die eher geringen Einkommen der Elmshorner seien ein wichtiger Grund für die angespannte Haushaltslage der Stadt, so Hatje.

Die ärmsten Kreisbürger leben auf der Hochseeinsel Helgoland. 28825 Euro beträgt dort das durchschnittliche Jahreseinkommen. So richtig erklären kann sich Bürgermeister Jörg Singer (parteilos) das nicht. „Wir sind ohnehin der Exot im Kreis Pinneberg.“ Helgoland sei sehr touristisch geprägt. „Da verdient man nicht so viel.“ Zudem gebe es viele ältere Menschen mit eher kleinen Läden und kleinen Einkommen.

So hoch ist das Durchschnittseinkommen in den Gemeinden des Kreises Pinneberg
1. Tangstedt 46.968 Euro
2. Ellerbek 46.809 Euro
3. Klein Nordende 46.273 Euro
4. Prisdorf 44.894 Euro
5. Seestermühe 44.857 Euro
6. Quickborn 43.971 Euro
7. Haselau 43.914 Euro
8. Kummerfeld 43.904 Euro
9. Heidgraben 43.425 Euro
10. Halstenbek 43.137 Euro
11. Rellingen 42.728 Euro
12. Holm 42.522 Euro
13. Bönningstedt 42.327 Euro
14. Ellerhoop 41.744 Euro
15. Hetlingen 41.123 Euro
16. Heist 41.003 Euro
17. Appen 40.721 Euro
18. Neuendeich 40.606 Euro
19. Borstel-Hohenraden 40.227 Euro
20. Moorrege 39.832 Euro
21. Bokholt-Hanredder 39.795 Euro
22. Seeth-Ekholt 39.498 Euro
23. Kölln-Reisiek 39.296 Euro
24. Sparrieshoop 38.458 Euro
25. Raa-Besenbek 38.087 Euro
26. Hasloh 37.631 Euro
27. Seester 37.603 Euro
28. Tornesch 36.894 Euro
29. Schenefeld 36.544 Euro
30. Bokel 36.161 Euro
31. Osterhorn 34.970 Euro
32. Brande-Hörnerkirchen 34.671 Euro
33. Langeln 34.574 Euro
34. Groß Nordende 34.517 Euro
35. Hemdingen 34.346 Euro
36. Haseldorf 34.257 Euro
37. Bevern 34.102 Euro
38. Wedel 34.004 Euro
39. Pinneberg 33.733 Euro
40. Lutzhorn 33.270 Euro
41. Westerhorn 33.261 Euro
42. Bilsen 31.692 Euro
43. Uetersen 31.617 Euro
44. Elmshorn 31.388 Euro
45. Heede 31.338 Euro
46. Groß Offenseth 30.780 Euro
47. Barmstedt 30.725 Euro
48. Bullenkuhlen 30.144 Euro
49. Helgoland 28.825 Euro

Kreis Pinneberg 36.623 Euro

Schleswig-Holstein 32.248 Euro

Quelle: Statistisches Landesamt Schleswig-Holstein

 

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erstellt am 08.Feb.2015 | 14:00 Uhr

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