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Regionalexpress: Ausschuss-Mitglieder wollen bessere Taktung statt mehr Sitzplätze

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erstellt am 23.Mai.2013 | 01:14 Uhr

Pinneberg | Bernhard Wewers zeigte sich verständnisvoll: "Dass viele Pinneberger ab jetzt in Elmshorn umsteigen müssen, ist natürlich nicht schön." Der Geschäftsführer der Landesweiten Verkehrsgesellschaft (LVS) war zum Arbeitsgespräch in den Stadtentwicklungsausschuss Pinneberg gekommen. Anlass war der veränderte Fahrplan der Züge ab Dezember 2014. Der Regionalexpress nach Kiel soll deutlich seltener in der Kreisstadt halten (wir berichteten). Beschlossen hatte das schon die schwarz-gelbe Landesregierung im Jahre 2012. Bürgermeisterin Urte Steinberg kämpft seit ihrem Amtsantritt für mehr Halte in Pinneberg.

Im Arbeitsgespräch versuchte Wewers die Maßnahmen zu begründen: "Alle Fahrgäste sollen einen Sitzplatz bekommen." Daher setzt die LVS auf ein dreistufiges System, um Reisende in die Metropole Hamburg zu befördern. Regionalexpresse sollen die Passagiere an den Rand der Metropolregion bringen, die neuen Stadtexpress-Züge fahren die Menschen dann in den Kern der Region, wo sie von den S-Bahnen verteilt werden. So sollen auf den besonders belasteten Abschnitten in Schleswig-Holstein bis zu 30 Prozent mehr Sitzplätze zur Verfügung stehen, wovon auch die Pinneberger Pendler profitieren sollen. Aber: Zu den meisten Tageszeiten ist ein Umstieg in Elmshorn erforderlich. Ein Deal der die Ausschussmitglieder nicht überzeugte: "Ich habe mit vielen Bekannten gesprochen - alle haben kein Problem damit zu stehen, wenn dafür mehr Züge über Pinneberg fahren", so Carl-Erik Pudor (CDU). Natalina Boenigk (CDU) fügte hinzu: "Diese Lösung macht mich nicht wirklich glücklich." Auch die von Wewers angesprochene Kapazitätserhöhung Richtung Hamburg sei mit Vorsicht zu genießen - die LVS rechne die zusätzlichen Plätze in den Zügen nach Altona mit ein. Pudor: "Die Arbeitsplätze liegen aber im Zentrum oder im Hamburger Osten. Die Pinneberger Pendler müssen zum Großteil nicht nach Altona."

Ausschussvorsitzender Gerhard Thomssen (SPD) gab Wewers als Fazit mit: "Wir sehen die Planungen kritisch und repräsentieren sicherlich die Meinung der Pinneberger." Die Verhandlungen zwischen Pinneberg und LVS gehen weiter. Die Wünsche der Stadt: Weitere Direktzüge nach Kiel um 5, 6 und 7 Uhr ab Pinneberg, zwei Direktverbindungen am Nachmittag mit Abfahrt in Kiel um 17.30 und 18.30 Uhr sowie Halte von Expresszügen Richtung Hamburg Hauptbahnhof. Ergebnisse sind laut Bürgermeisterin Urte Steinberg ab Anfang Juli zu erwarten.

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