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Autobahnverkehr in SH : Region drängt auf A20-Weiterbau

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Wirtschaftsausschuss des Kreistags beschließt Positionspapier „Verkehr“ der Partner der Regionalen Kooperation REK A 23/B 5

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erstellt am 01.Apr.2014 | 06:00 Uhr

Sie ist und bleibt eines der umstrittensten Infrastrukturprojekte in Schleswig-Holstein: die A 20 – auch Ostsee- oder Küstenautobahn genannt. Während die einen, vor allem Naturschützer und Vertreter von Bündnis 90/Die Grünen, darauf drängen, die von Mecklenburg-Vorpommern kommende Trasse, die seit 1992 gebaut beziehungsweise in Teilbereichen bereits erweitert wurde, an der A 7 auf Höhe der Anschlussstelle Bad Segeberg enden zu lassen, fordern andere den zügigen Weiterbau – inklusive einer neuen Elbquerung bei Glückstadt. So auch die CDU-Fraktion im Pinneberger Kreistag: „Von großer Bedeutung für den Kreis Pinneberg ist der Weiterbau der A 20 mit fester Elbquerung bei Glückstadt“, sagte Jörn Kruse, verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion. „Dass dieses Projekt von den Bürgern im Land gewollt ist, zeigt auch der Erfolg der Initiative ‚A 20 sofort‘, die jüngst etwa 27 500 Unterschriften an den Landtagspräsidenten in Kiel übergeben hat.“

Noch in diesem Monat soll das Positionspapier „Verkehr“ der Partner der Regionalen Kooperation REK A 23/B 5 zum Ausbau der Infrastrukturprojekte an der Westküste von Schleswig-Holstein im Zuge des Parlamentarischen Abends der Landesvertretungen Schleswig-Holstein sowie Niedersachsen in Berlin an die Vertreter des Bundes und die Vertreter der drei Länder Hamburg, Niedersachen und
Schleswig-Holstein übergeben worden. Kruse und sein Stellvertreter, Helmuth Ahrens (CDU), beide Mitglied im Wirtschaftsausschuss des Kreistags, möchten diese Gelegenheit nutzen, persönlich bei der Übergabe und der Diskussion des Positionspapiers dabei zu sein, „um die Interessen des Kreises Pinneberg direkt in Berlin zu unterstützen“, teilte Fraktionssprecherin Kerstin Seyfert mit.

Das Papier, das mit zehn Ja-Stimmen bei zwei Enthaltungen vom Wirtschaftsausschuss während der jüngsten Sitzung verabschiedet wurde, drängt auf einen bereits 2003 im Bundesverkehrswegeplan aufgenommenen Weiterbau der Küstenautobahn. „Die A 7 erreicht im Raum Hamburg schon heute aufgrund hoher Pendler- und Güterverkehrsströme regelmäßig ihre Kapazitätsgrenzen. Daraus ergeben sich erhebliche Reisezeitverlängerungen“, heißt es in dem Positionspapier. Mit dem Bau der A 20 mit zusätzlicher Elbquerung werde die Erreichbarkeit zwischen den Ländern Schleswig-Holstein und Niedersachsen deutlich verbessert. Zudem trage eine neue Trasse über den Strom bei Glückstadt zum Zusammenwachsen der Metropolregion und des Wirtschaftsraumes Unterelbe bei. „Die Region erhält darüber hinaus einen besseren Anschluss an das überregionale – europäische – Verkehrs- und Wirtschaftsachsensystem. Wichtige Industrie- und Hafenstandorte in West- und Osteuropa werden in einer Tagesfahrt erreicht.“ So begründet die Regionale Kooperation REK A 23/B 5 die Entscheidung, den Weiterbau zu forcieren – und zwar so schnell wie möglich. „Voraussetzung für die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der Region ist eine zeitnahe Fertigstellung der gesamten Küstenautobahn mit den Anschlüssen an die A 7, A 23, A 26, A 27 und A 29.“
Die geplanten Ausbaumaßnahmen der A 7 im Zeitraum von 2014 bis voraussichtlich 2023 würden zu Ausweichverkehren führen, die auch den Verkehr auf der A 23- und der B 5-Achse beeinträchtigten, befürchtet die regionale Kooperation, zu der außer dem Kreis Pinneberg die Kreise Steinburg, Dithmarschen und Nordfriesland sowie die Industrie- und Handelskammern zu Flensburg und zu Kiel gehören. Aus diesem Grund sei es „von besonderer Bedeutung“, ein leistungsfähiges Baustellenmanagement zu etablieren, das die Erreichbarkeit der Region gewährleistet.

Die Mitglieder der REK A 23/B 5 setzen sich des Weiteren verstärkt für den Ausbau der B 5 nach Dänemark sowie für die Hinterlandanbindung der A 20 ein. Dabei sei der dreistreifige Ausbau der Strecken It ze hoe–Wilster sowie Tönning–Husum durch den Bund vorgesehen. „Zusätzlich wird der dreistreifige Ausbau der B 5 bis Brunsbüttel, der vierstreifige Ausbau der B 5 zwischen Heide und Tönning und der dreistreifige Ausbau bis zur dänischen Grenze einschließlich der Ortsumgehungen gefordert.“

Christdemokrat Kruse vertritt die Meinung, dass das Land, aber insbesondere auch der Kreis, eine zukunftssichere Infrastruktur benötigten, um wirtschaftliches Wachstum, Arbeitsplätze und Wohlstand zu sichern. Dazu habe man im Speckgürtel von Hamburg zu viele Probleme zu bewältigen und Aufgaben zu übernehmen, die mit großer finanzieller Belastung zu Buche schlagen. „Die Realitätsverweigerung der Landesregierung“, so Seyfert, „insbesondere der Grünen, müsse endlich ein Ende haben“.
 

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