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Cindy Ahrens

Notfall Notaufnahme : Regio-Kliniken wehren sich gegen Kritik

Verantwortliche der Regio-Kliniken im Gespräch über lange Wartezeiten, unhöfliches Personal und mangelnde Hygiene.


von
2018-09-12 10:00:00.0, 2018-09-12 10:00:00.0 Uhr

Pinneberg | Lange Wartezeiten, unfreundliches Personal und mangelnde Hygiene – so äußerten sich viele Facebook-Nutzer über die Regio-Kliniken. Sie schrieben die Kommentare hinter einen Artikel unserer Zeitung. In diesem stand, dass sich fast jeder zweite Patient aus dem Kreis Pinneberg in Hamburg behandeln lässt. Das Statistikamt Nord hatte bekannt gegeben, dass der Anteil mit 45 Prozent fast drei Mal höher als im Landesdurchschnitt ist. Die Kommentare zu dem Beitrag unserer Zeitung haben fast alle den gleichen Tenor: Ins Elmshorner und Pinneberger Krankenhaus gehen sie nicht freiwillig. Wir haben Sven Hartmann, Leiter der zentralen Notaufnahme, und Regine Zwißler, Oberärztin der Notaufnahme in Pinneberg, mit diesen Vorwürfen konfrontiert. Ihre Schilderungen zeichnen ein anderes Bild.

Wie lange man in der Notaufnahme warten muss, entscheidet sich nach Dringlichkeit. „Wir haben zwei sogenannte Eintrittspforten: Die Patienten kommen entweder per Rettungswagen oder selbst – meist mit Verwandten“, sagt Hartmann. Bei beiden Gruppen wird mit Hilfe des sogenannten Manchester-Triage-Systems entschieden, wer sofort dran kommt und wer warten muss. „Die Patienten werden anhand ihrer Symptome und der Anamnese in verschiedene Dringlichkeitsstufen eingeteilt“, erläutert Hartmann. Heißt im Klartext: Wer Anzeichen eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls hat, ist sofort an der Reihe, wer eine verschleppte Erkältung hat, muss warten.

Wartezeit im Bundesdurchschnitt

„Der Eindruck einer Wartezeit kann subjektiv sehr unterschiedlich sein“, sagt Oberärztin Zwißler. Wenn man krank ist oder Schmerzen hat, nehme man die Zeit anders war. Dann könne sich eine relativ kurze Wartezeit wie eine Ewigkeit anfühlen. „Mit unser Warte- und Behandlungszeit sind wir absolut im Bundesdurchschnitt“, ergänzt Hartmann. Hinzu komme, dass sich Wartezeiten an vielen Stellen in der Behandlung ergeben. So zum Beispiel, wenn die Blutprobe im Labor untersucht wird oder wenn eine Computertomographie nötig ist.

Sind die langen Wartezeiten also reine Einbildung? Nein, denn die Situation in den Notaufnahmen hat sich verändert. „In den vergangenen vier Jahren hatten wir 20 Prozent mehr Patientenkontakte“, sagt Hartmann: „Und die Patienten werden immer älter und kränker.“ Gleichzeitig habe auch die Zahl der Patienten, die eigentlich kein Notfall sind, zugenommen. Heutzutage würden sehr viele Menschen lange arbeiten. Nach dem Feierabend haben die Hausarztpraxen aber meist geschlossen. Die Menschen würden ihre Erkrankungen dennoch abgeklärt haben wollen.

Anlaufpraxen sollen helfen

Aus diesem Grund haben die Regio-Kliniken in Pinneberg und Elmshorn Anlaufpraxen in ihren Kliniken eingerichtet. Dorthin schicken die Ärzte alle Patienten, die nicht in die Notaufnahme müssen. Die Anlaufpraxen sind bisher abends und am Wochenende geöffnet, also wenn die Hausärzte geschlossen haben. „In Zukunft sollen Anlaufpraxen zu Portalpraxen ausgebaut werden. Die sind dann 24 Stunden am Tag geöffnet“, sagt Hartmann.

Die Vorwürfe über mangelnde Hygiene können Hartmann und Rißler nicht nachvollziehen. Regelmäßig finden in den Regio-Kliniken mikrobiologische Tests statt – und das freiwillig. „Viele andere Kliniken tun das nicht“, berichtet Hartmann. Und auch über die negativen Kommentare auf Facebook zu unhöflichen Ärzten und Pflegern machen sich die Hartmann und Rißler nicht allzu große Gedanken: „Die kritischen Stimmen sind in den sozialen Netzwerken immer am lautesten“, meint Rißler. Es gebe viele Patienten, die sehr zufrieden seien. „Patienten, die sich beschweren möchten, sollten sich direkt an uns wenden, sonst können wir dem auch nicht nachgehen und etwas verbessern“, fügt Hartmann hinzu.

Die Warte- und Behandlungszeiten in Hamburger Kliniken seien nicht besser, sagt Hartmann. Vielmehr liege der Grund für die hohe Zahl der Patienten, die sich in Hamburg behandeln lassen, an der Nähe zur Hansestadt. Viele Halstenbeker sind schneller in Schnelsen als in Pinneberg, einige Wedeler schneller in Rissen als in der dortigen Notaufnahme. Im Notfall siege der kürzere Weg. Das gelte für Selbstfahrer und Rettungswagen: „Ein Rettungswagen muss die nächstgelegene Klinik anfahren“, erläutert Hartmann. Außerdem zeige die Statistik nicht, wie viele Menschen von außerhalb in den Kreis Pinneberg kommen, um sich hier behandeln zu lassen. Je nach Fachabteilung würden Patienten vom hohen Norden auf Sylt und Flensburg bis aus Heimatorten im Süden Deutschlands kommen.

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Kommentare

  • 12.09.2018 | 13:13 Uhr
    Achim Behrens

    In Elmshorn

    hat man immer das Gefühl gleich bricht hier das Chaos aus.
    Und ich bin nicht der einzige der so empfindet.
    Ob es an mangelnder Kompetenz liegt oder ob einfach nur Kompetenz mit Arroganz verwechselt wird?
    Das fängt doch gleich im Kleinen schon an, Frage gestellt Antwort lautet, ja gehen sie mal dort und dort hin und da fragen sie mal, wen weiß natürlich niemand also Schwester gefragt Antwort lautet in vielen Fällen, ja da sind sie hier aber völlig verkehrt........ also wieder von vorne.
    Und wer die Möglichkeit hat geht eben das nächste mal gleich z.B.: ins Albertinen Krankenhaus nach Hamburg, dort wird man bei der Hand genommen und hingebracht wo man hin muss.
    Die kleinen Dinge sind es die den Ruf ruinieren, die ärztlichen Leistungen kann ich als Laie ja gar nicht beurteilen die zweifele ich auch gar nicht an.

jetzt zu shz.de