Hasloh : Regenwasser wird falsch eingeleitet

Bei Regen schwillt der Wasserstrom im Schmutzwasserkanal an der Lohe erheblich an – eindeutiges Indiz dafür, dass irgendwo  Regenwasser in das falsche Rohrsystem gelangt.
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Bei Regen schwillt der Wasserstrom im Schmutzwasserkanal an der Lohe erheblich an – eindeutiges Indiz dafür, dass irgendwo Regenwasser in das falsche Rohrsystem gelangt.

Hasloher Bauausschuss diskutiert Maßnahmen, um Gebühren zu sparen.

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30. Januar 2015, 16:00 Uhr

Hasloh | Es ist ein Ärgernis, das die Hasloher Politiker schon länger beschäftigt: Die Menge, die in den Schmutzwasserkanälen zur Kläranlage fließt, übersteigt die Menge an eingekauften Frischwasser ganz erheblich. „Das bedeutet, dass auch Regenwasser in die Schmutzwasserkanalisation mit einfließt, was einen erheblichen finanziellen Schaden für die Gemeinde zur Folge hat“, erklärte der Bauausschussvorsitzende Thomas Krohn (CDU) während der jüngsten Sitzung des Gremiums.

Während Regenwasser, das nicht versickert, in ein Rohrsystem gelangt, das zum Regenwasserrückhaltebecken führt, fließt das Schmutzwasser der Haushalte in anderen Leitungen in Richtung der Hetlinger Kläranlage. Die Kosten für die aufwändige Reinigung des Schmutzwassers werden der Gemeinde vom Abwasserzweckverband (azv) je nach Menge in Rechnung gestellt.

Zwar bezahlen Privat-Haushalte auch Abwassergebühren, diese werden jedoch anhand der entnommenen Frischwassermenge berechnet. „Das bedeutet, dass die Gemeinde die Kosten trägt, wenn auch Regenwasser in den Schmutzwasserkanal eingeleitet wird“, erläuterte Krohn.

„Jeder Hauseigentümer sollte nachweisen können, dass er das Wasser korrekt einleitet“, forderte Kay Löhr (FDP). Oftmals wüssten die Bewohner nicht, dass die Anschlüsse verkehrt seien. „Vor 50 Jahren hab es noch keine Trennung der Kanalsysteme, deshalb will ich niemandem bösen Willen unterstellen“, betonte der Politiker im Gespräch mit dieser Zeitung.

Doch die Baumängel der Vergangenheit dürften auch nicht dazu führen, dass der Gemeindehaushalt belastet werde. „Es lohnt sich, darüber nachzudenken, eine Überprüfung der Haushalte vorzunehmen“, ist Löhr sich sicher.

Wo genau falsch eingeleitet wird, sei unklar, sagt Krohn. „An der Schmutzwasser-Sammelstelle in der Lohe habe ich schon häufig beobachtet, dass sich die Wassermenge bei etwas stärkeren Regenfällen verdoppelt – das ist ein eindeutiges Indiz dafür, dass falsch eingeleitet wird“, berichtet Krohn. Als eine der Quellen vermutet Krohn die zahlreichen Drainage-Pumpen im Ort: „Wenn nur die Hälfte von denen falsch angeschlossen ist, wäre das schon eine ganze Menge Wasser im verkehrten Rohrsystem.“

Sowohl Löhr als auch Krohn sprachen sich dafür aus, die Satzung der Gemeinde zu Beseitigung von Abwasser dahingehend zu verändern, dass Hauseigentümer zu einem Nachweis über die korrekte Handhabung der verschiedenen Abwässer verpflichtet werden können. Wie hoch der jährliche Schaden für die Gemeinde zu beziffern ist, können die Politiker indes nur grob schätzen: „Es wird ein fünfstelliger Betrag sein.“

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