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Pinneberger Tageblatt

22. August 2017 | 05:48 Uhr

Rechtsmedizin: Im Auftrag der Ermittler

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Rechtsmediziner werden überwiegend von der Polizei oder der Staatsanwaltschaft beauftragt. Bei unnatürlichen oder ungeklärten Todesfällen werden immer Rechtsmediziner hinzugezogen. Ihre Aufgabe ist es dann, den Leichnam zu untersuchen, um die Todesursache zu bestimmen. Dazu gehört die Untersuchung von Mordopfern. Aber auch Personen, die nach einem Verkehrsunfall im Krankenhaus verstorben sind, werden rechtsmedizinisch untersucht, um herauszufinden, ob es sich bei ihrem Tod um eine Folge des Unfalls handelte. Zudem kommen Personen, die vermeintlich an einem Behandlungsfehler gestorben sind, zunächst in die Rechtsmedizin.

Sektionen machen zirka die Hälfte der Fälle aus, mit denen sich Rechtsmediziner beschäftigen, erläuterte Rechtsmedizinerin Dr. Nadine Wilke. Hinzu kämen die Untersuchungen von Gewaltopfern sowie die Erstellung von Gutachten zur Schuldfähigkeit. Wenn vor Gericht ein Verkehrsunfall behandelt wird, sind es Rechtsmediziner, die das Gutachten darüber erstellt haben, wie hoch der Alkoholspiegel des Unfallverursachers während des Geschehens war. Ermittlungen und Zeugenbefragungen gehören, im Gegensatz zur Darstellung in Fernsehserien und Kriminalromanen, nicht zur Arbeit eines Rechtsmediziners. „Wir ermitteln nur an den Opfern“, stellte Wilke klar. Die Untersuchung von Blutspuren an Tatorten gehöre aber durchaus zu den Aufgaben, die von Rechtsmedizinern übernommen werde.

Häufig werden Rechtsmediziner als Pathologen bezeichnet. Das ist falsch. Ein Pathologe ist Facharzt für krankhafte Veränderungen und Zustände. So werden Gewebeproben, die bei einer Magenspiegelung entnommen wurden, zum Pathologen geschickt, damit dieser herausfindet, ob es sich um krankhafte Zellen handelt.

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erstellt am 24.Feb.2014 | 16:08 Uhr

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