Ratsmusik spielt Lieder für die Seele

Konzert zwischen Barock und Klassik

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14. April 2018, 16:00 Uhr

„Composed to the Soul“ – das ist es, was der Komponist und Gambist Carl Friedrich Abel (1723-1787) einem Zeitgenossen zufolge mit seiner Musik tat: komponieren für die Seele. Es ist außerdem der Titel eines Konzerts der Hamburger Ratsmusik. Am Freitag, 27. April, will das Echo-prämierte Barockensemble den Komponisten, der als Schüler Bachs und Lehrer Mozarts genau zwischen Barock und Klassik stand, im Pinneberger Ratssaal vorstellen.

Abel komponierte zur Zeit der Aufklärung. Die Empfindsamkeit – ein Begriff geprägt durch Laurence Sterne und Johann Christoph Bode, der heute eine eigene Strömung bezeichnet – ist es, die sein Werk durchzieht. Eben Musik für die Seele. Das will das Ratsmusik-Ensemble in seinem Programm dem Publikum vermitteln. Die Künstler selbst werden den Abend moderieren: „Um Abel ranken sich viele sehr interessante historische Begebenheiten und Legenden“, sagt Simone Eckert, Gambistin der Hamburger Ratsmusik. Gemeinsam mit Christoph Heidemann (Barockvioline), Bettina Ihrig (Barockviola) und Dorothee Palm (Barockvioloncello) wird sie ihn in dem Konzert musikalisch porträtieren. „In seinem Stil sieht man den Gesinnungswandel vom Barock zur Klassik, er lebt und arbeitet das.“

Die Musik Abels beschreibt Eckert als aussagekräftig. Gelernt hat er von einem Allzeitmeister: Johann Sebastian Bach. Abels Vater war in Köthen in dessen Hofkapelle eingestellt und auf Bachs Empfehlung fand Abel selbst Anstellung in der Hofkapelle Dresden – bis zum Siebenjährigen Krieg. Über zwei Jahre reiste Abel über Süddeutschland und Frankreich nach London, wo er 1759 ankam und blieb. „Das ist ein Wahnsinnsabenteuer im 18. Jahrhundert“, sagt Eckert. „Er hatte einen wachen und intelligenten Geist und stellt eine tolle Persönlichkeit dar.“ Mit den Wirrungen und Trendwenden der Zeit mitzugehen und sich anzupassen sei eine große Leistung – und ein ganz aktuelles Thema.

Die Musiker setzen sich während des Konzerts in unterschiedlichen Besetzungen zu immer anderen Ensembles zusammen – vom Solisten über ein Trio bis zum Quartett. Zu hören sind unter anderem Abels Quartetto A-Dur sowie das Quartetto B-Dur, die in Teilen noch an den Basso Continuo des Barock erinnern, aber voll klassischer Leichtigkeit sind. Auch Werke der Weggefährten Abels werden erklingen. Etwa Bachs Präludium und Fuge Nr. 1 in d-Moll – in einer Bearbeitung für Streichtrio von Wolfgang Amadeus Mozart. Auch Bachs Sohn Carl Philipp Emanuel ist im Programm vertreten mit der getragenen Sonate D-Dur für Gambe und Bass – ein Solo für Eckert. Zu den weniger bekannten Komponisten, die die Hamburger Ratsmusik spielen wird, gehören Carl Stamitz (1745-1801) und Joseph Fiala (1848-1816).

Das Konzert ist eine Kooperation mit dem Kulturverein Pinneberg (KVP). Tickets kosten 18 Euro und können im Bücherwurm, Dingstätte 24 in Pinneberg, erworben oder unter Telefon (0 41 01) 2 32 11 reserviert werden. Das Konzert ist nicht Bestandteil des KVP-Abonnements. Abonnenten erhalten jedoch vergünstigte Ticktes für 13 Euro bei Vorlage ihrer Abokarte. Das Konzert beginnt um 20 Uhr im Pinneberger Ratssaal, Bismarckstraße 8.


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