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Pinneberger Tageblatt

23. November 2017 | 19:36 Uhr

Raser-Gefahr: Anwohner klagt an

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Kritik Klaus Raasch hattäglich Probleme, vom Grundstück auf die Lornsenstraße einzubiegen / Ankommende Autos schwer zu sehen

shz.de von
erstellt am 24.Okt.2017 | 16:00 Uhr

Die Lornsenstraße gehört wohl zu den meist benutzten Verkehrsadern in Schenefeld. Klaus und Marlies Raasch wohnen seit mehr als 40 Jahren an der Straße. Vor den Häusern reiht sich Auto an Auto entlang des Parkstreifens. Dazwischen stehen auch Anhänger, Kastenwagen und Wohnmobile – manchmal sogar Lastwagen. Und genau darin sieht das Paar ein großes Problem. Denn wenn sie das Grundstück mit dem Auto verlassen wollen, ist die Straße so gut wie nicht einsehbar. Jeder Ausflug werde so zum Wagnis, ist sich das Paar einig.

Regelmäßige Unfälle seien die Folge. Vor drei Jahren habe es zwei Unfalltote gegeben, berichtet der Rentner. Dazu komme, dass „viele Autofahrer die Lornsenstraße als Rennstrecke betrachten“, berichtet der 74-Jährige. Dadurch sei es noch schwieriger, auf die Straße zu kommen. „Eben ist einer vorbeigefahren, der hatte bestimmt 80    oder 90 Stundenkilometer drauf“, sagt er. „Die kommen hier so angedonnert. Da hat man keine Chance.“

Der Rentner hatte durch die schlechte Sicht bereits einen Unfall, der einen Blechschaden am Auto hinterließ. „Und meinem Sohn ist das auch schon passiert.“ In den vergangenen vier Jahren sei die Raserei besonders schlimm geworden, ergänzt seine Frau. Nachbarn, die zu zweit im Auto sind, würden morgens aussteigen, um zu sehen, ob jemand kommt.

Der Pensionär habe sich mehrfach an Polizei und Ordnungsamt gewandt – jedoch ohne Erfolg. Raasch könnte sich als Lösung vorstellen, auf der anderen Straßenseite Spiegel anzubringen oder das Parken einzuschränken, damit zumindest hohe Fahrzeuge die Sicht nicht mehr versperren.

Auch die vielen Falschparker an der Fünf-Finger-Kreuzung sind dem Schenefelder ein Dorn im Auge. Teilweise würden die Autos den ganzen Tag verbotenerweise auf dem Gehweg stehen.

Letzteres ist Ordnungsamtschef Axel Hedergott bekannt. Die Parksünden würden auch regelmäßig geahndet. Jedoch gebe es derzeit nur zwei Mitarbeiter für das gesamte Stadtgebiet, so dass nicht jeder Fall verfolgt werden könne.

Für die Anwohner an der Lornsenstraße habe er ein offenes Ohr – wenn diese sich schriftlich an ihn wenden, so Hedergott. Laut Straßenverkehrsordnung müssten aber Autofahrer, die auf die Straße wollen, besondere Vorsicht walten lassen – im Zweifel müssten sie sich sogar von einer zweiten Person einweisen lassen, erläutert der Ordnungsamtsleiter.

„Das Problem ist, dass es kein Verbot gibt, einen Transporter ins Wohngebiet zu stellen“, ergänzt er. Selbst wenn das Parken dort eingeschränkt werde, müssten die Fahrzeuge dann woanders stehen, wo sie vielleicht auch Anwohner störten. Mit Spiegeln gehe die Stadt „sehr restriktiv um“. Auch dann gebe es noch tote Winkel, die nicht einsehbar sind. „Spiegel vermitteln eine Sicherheit, die nicht da ist“, urteilt Hedergott. Trotzdem sagt er: „Wenn es Lösungen gibt, die rechtlich vertretbar sind, werden wir das machen.“

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