Pinneberg : Rätsel: Franz Klein denkt Wörter um die Ecke

Franz Klein hat in seiner Wohnung ein eigenes Zimmer, in dem er Kreuzworträtsel entwickelt.
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Franz Klein hat in seiner Wohnung ein eigenes Zimmer, in dem er Kreuzworträtsel entwickelt.

Der 66-Jährige bezeichnet sich selbst als „einzigen Kreuzworträtselentwickler der Republik - der nicht akzentfrei ist“.

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03. Januar 2015, 10:00 Uhr

Ein Stift und zwei Radiergummis für viele Korrekturen: Der Neu-Pinneberger Franz Klein benötigt für sein Hobby nur wenige Utensilien. Der 66-Jährige lebt in einer karierten aus Kreuzworträtseln und Schach bestehenden Welt und hat einen Riesenspaß daran, wie er sagt, „Wörter um die Ecke zu denken“.

„Hätte nicht vor 101 Jahren im Jahre 1913 ein gewisser Arthur Wynne das Kreuzworträtsel erfunden, hätte ich das wohl gemacht“, sagt der gebürtige Siebenbürgener. Er habe großes Verständnis dafür, dass Menschen – beispielsweise in Wartezimmern – gern Kreuzworträtsel lösen. Bei seinen Denkspielen legt Klein Wert auf den besonderen Kick. Es ist kein Problem, ein Rätsel innerhalb von fünf Minuten auf den Rechner herunterzuladen. „Das ist aber lediglich eine stereotype, wenig fantasievolle Möglichkeit“, so Klein. Die deutsche Sprache habe ihn von Kindesbeinen an fasziniert. „Unsere Sprache ist so reich“, sagt er. Der gelernte Konstrukteur hat viel Freude daran, mit Wörtern und Begriffen zu spielen.

Der 66-Jährige hat als Erster ein sogenanntes Palindrom-Rätsel entworfen. Ein Palindrom ist eine Zeichenkette, die von vorne und hinten gelesen das gleiche ergibt. Beispiele hierfür sind Worte wie Radar und Ehe. „So viele Palindrome in einem Quadrat unterzubringen, ist eine Riesen-Handarbeit“, so Klein. Darüber hinaus ist es ihm gelungen, ein Sinnspielpalindrom zu kreieren. Dabei passen alle erfundenen Wörter sinnhaft zusammen. „Das hat in der Form noch niemand im deutschsprachigen Raum geschafft“, sagt Klein.

Doch auch Themenrätsel gehören zu seinem Metier. Ein solches beinhaltet beispielsweise nur Wörter, die mit der Stadt Hamburg verbunden sind. Wer Kleins Rätsel löst, benötigt kein Lexikon. Ideen hat er viele. So hat er fantasievolle Reimrätsel kreiert. „Es macht mir Spaß, mit der Sprache zu experimentieren und meinen Humor verschlüsselt unterzubringen“, so der 66-Jährige.

Ein weiteres Hobby von ihm ist Schach, das er bereits seit den 90er Jahren spielt. „Hier habe ich den Pinneberger Schachklub gefunden, der mir geistig ein zweites Zuhause gegeben hat“, so der Vater zweier Kinder und mehrfacher Großvater.

Franz Klein bezeichnet sich selbst als „einzigen Kreuzworträtselentwickler der Republik, der nicht akzentfrei ist“. Der Siebenbürgener wuchs in Großwardein mehrsprachig – mit Ungarisch und Rumänisch – auf. Drei Jahrzehnte hat er in Ulm gelebt, bevor er und seine Frau sich entschieden nach Pinneberg zu ziehen, um in Hamburg lebender Tochter und Enkeln nahe zu sein. „Es war für uns nicht gerade leicht die Stadt zu wechseln, weil wir in Ulm so gute Freunde hatten“, so Klein. Nun freut er sich mit seiner Frau Magdalena, die Kinder häufig zu sehen.

Es gelang ihm, seine Ratespiele in Schwäbischer Zeitung, Südwestpresse sowie der Fachzeitschrift Rochade Europa zu veröffentlichen. In seiner Schublade liegen diverse Rätsel zu unterschiedlichsten Themen. Darüber hinaus entwickelt er beständig neue Denkspiele und kann sich gut vorstellen, seine Kunst noch weiter auszubauen.

Weitere Informationen gibt es bei Klein per E-Mail an feriklein@gmail.com.

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