Serie: Sicher durch den Norden : Radler haben keine Knautschzone

Raus in die Natur: Mit einem verkehrssicheren Rad macht die Tour doppelt Spaß.
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Raus in die Natur: Mit einem verkehrssicheren Rad macht die Tour doppelt Spaß.

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17. Juli 2015, 16:06 Uhr

Kiel | Schwache Leuchten und ein rücksichtsloser Fahrstil sind bei Radfahrern eine gefährliche Kombination. Mit genug Licht und Kenntnis über die wesentlichen Verkehrsregeln sind Radler dagegen sicher unterwegs. Natürlich muss das Fahrrad ordentlich in Schuss sein, ehe man damit losradelt. Die Grundregeln dafür sind klar: Auf die Reifen gehört genügend Luft, die Bremsen müssen ordentlich anziehen, die Kette will geölt sein. Das ist aber noch nicht alles, um sicher unterwegs zu sein. Ein Überblick:

Licht und Reflektoren
Die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) macht konkrete Vorgaben zur korrekten Fahrrad-Beleuchtung. Das Rad muss demnach mit zwei roten Reflektoren sowie elektrischem Rücklicht hinten und weißem Scheinwerfer sowie Reflektor vorn ausgestattet sein. Dabei ist egal, ob es abnehmbare Lichter oder fest montierte Leuchten sind, die über einen Dynamo betrieben werden. Pedal- und Speichen-Reflektoren sind ebenfalls Pflicht. Das müssen aber nicht die klassischen, orangenen Katzenaugen sein. Rundherum laufende Clips an den Speichen-Enden sind ebenso zulässig wie reflektierende Streifen an den Seitenwänden der Reifen, erklärt Welf Stankowitz vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR). „Allerdings sind reflektierende Reifen nicht so gut sichtbar wie Speichenclips.“
Prüfsiegel beachten
Alle Leuchten am Rad brauchen ein entsprechendes Prüfsiegel des Kraftfahrt-Bundesamtes, betont Stankowitz. „Das erkennt man an einem Wellenzeichen, dem Buchstaben ‚K‘ und einer Prüfnummer.“ Radlern, die ohne korrekte Beleuchtung angehalten werden, droht ein Bußgeld von 20 Euro. Blinkleuchten sind übrigens am Rad selbst nicht zulässig, am Körper des Radlers dagegen schon. Trotzdem rät Stankowitz von ihnen ab, weil sie andere Verkehrsteilnehmer zu stark irritieren könnten.
Am Vorderrad: Der reflektierende Streifen an den Mantelseiten sorgt für Aufmerksamkeit. (dpa)
Am Vorderrad: Der reflektierende Streifen an den Mantelseiten sorgt für Aufmerksamkeit. (dpa)
Helltönige Klingeln nutzen
Die Klingel ist ein Muss. Sie sollte helltönig sein, damit andere Fahrradfahrer und Fußgänger das Geräusch auch wahrnehmen. Autos macht man damit sicher nicht auf sich aufmerksam. Für diesen Fall würden nur härtere Kaliber helfen. Aber: „Tröten sind nicht erlaubt“, mahnt Welf Stankowitz.
Genug Power in den Leuchten
Die Radbeleuchtung sorgt nicht nur für Sichtbarkeit – sie soll Radlern auch den Weg ausleuchten. Dafür reichen die mindestens vorgeschriebenen 10 Lux Beleuchtungstärke der StVZO oft nicht aus, sagt Stankowitz. „Mit solchen Funzelscheinwerfern übersieht man etwa im Herbst rasch einmal herumliegende Äste und kann stürzen.“ Besser seien kräftigere Leuchten, zum Beispiel  mit einer Leistung von mindestens 30 Lux.
Wichtig, um im Dunkeln schnell gesehen zu werden:  Rücklicht mit rotem Reflektor. (dpa)
Wichtig, um im Dunkeln schnell gesehen zu werden: Rücklicht mit rotem Reflektor. (dpa)
Fahrverhalten anpassen
Viele Unfälle passieren nach Angaben des Verkehrssicherheitsrates, weil Radler auf dem Geh- oder Radweg entgegen der Fahrtrichtung unterwegs sind. Generell sollten aber auch Fahrradfahrer Grundregeln des Straßenverkehrs beherzigen: „Rechts vor links beachten und das Abbiegen deutlich anzeigen“, gibt Stankowitz zwei Beispiele. Außerdem rechnen Radler besser immer auch mit Fehlern anderer: Gerade beim Rechts-Abbiegen nehmen Auto- und Lkw-Fahrer den parallel auf dem Fahrradweg fahrenden Radlern oft die Vorfahrt. „Hier gilt: Lieber einmal zurückstecken. Radler haben keine Knautschzone.“
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