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„Überwachungsstaat 2.0“ : Radio Pinneberg sendet zum Thema Überwachungsstaat

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Niemand bleibt mehr unbeobachtet - Schüler der 10e des Medienprofils gehen auf Sendung gehen.

von
erstellt am 31.Mär.2015 | 14:00 Uhr

Pinneberg | „Überwachung hat es zu jeder Zeit gegeben. Im Vormärz sowie wie in der DDR“, sagt Sebastian Marcks, Lehrer am Johannes-Brahms-Gymnasium und Mit-Initiator von Radio Pinneberg, das vor acht Jahren erstmals auf Sendung ging. „Das alles ist nicht neu. Doch in Zeiten von Internet und Smartphone ergeben sich ganz neue Möglichkeiten“, führt der Projektleiter weiter aus. „Überwachungsstaat 2.0“ heißt dann auch der Beitrag, mit dem Schüler der 10e des Medienprofils am 7. April auf Sendung gehen.

Das vorgegebene Rahmenthema, das fächerübergreifend im Deutschunterricht vorbereitet worden ist, lautet: „Welt im Wandel“. Insgesamt entstanden fünf Sendungen. Inspiriert wurden die jungen Journalisten des aktuellen Beitrags von dem oscargekrönten Dokumentarfilm „Citizenfour“, den sie im Abaton Kino gesehen haben, motiviert durch das verblüffende Ergebnis einer selbst initiierten Umfrage in Pinneberg zum Begriff Massenüberwachung. „Nur zehn Prozent der Befragten konnten etwas damit anfangen“, sagt Lukas Cordes. Dabei sollte es wohl jeder besser wissen: Unter dem Decknamen „Citizenfour“ hat Edward Snowden die amerikanische Filmemacherin Laura Poitras 2013 kontaktiert, um in der Folge über die fragwürdigen Überwachungspraktiken des US-Geheimdienstes NSA auszupacken. Digitale Spuren jeglicher Art werden im Internet, von einfachen E-Mails bis zu Eingaben in Suchmaschinen und bei Online-Einkäufen, ausspioniert. „Big Brother is watching you“, wie es schon in dem Roman „1984“ von George Orwell heißt.

Zwar ist es nicht Snowden persönlich, den die Schüler befragen, aber die Nawuchsjournalisten haben Telefon-Interviews mit dem Datenschutzexperten Henry Krasemann sowie dem Journalisten und Krimiautor Tom Hillenbrand geführt, dessen Buch „Drohnenland“ sie auch im Unterricht behandelt haben. In dem Roman überwachen europäische Drohnen nicht nur die Bürger, sondern können auch Menschen aus der Luft hinrichten.

Es geht um sachliche Aufklärung

So beängstigend alles auch klingt, den Schülern geht es um sachliche Aufklärung: „Wir wollen Informationen vermitteln und den Hörern nicht unsere eigene Meinung aufdrängen“, sagen sie. Auch die Experten hätten keine Standard-Lösungen parat, weist Cordes auf die Zwiespältigkeit des Ganzen hin. „Auf der einen Seite will man nicht abgehört werden, auf der anderen Seite aber auch nicht auf Smartphones und das Internet verzichten“, sagt Redaktionsleiter Tim Schneider. Die drei Jungjournalisten sind sich einig: Der Staat müsse etwas tun.

Vier Tage hatten die Schüler Zeit, ihre Sendung unter Dach und Fach zu bringen. Auch für den Schnitt der Interviews. Am letzten Tag wurde die einstündige Sendung live aufgenommen. Sie wird ungeschnitten gesendet. Musik gibt es übrigens auch: „Every Breath you Take“ von The Police zum Beispiel. Ein Song über Stalking. Schließlich ist auch das eine Art von Überwachung.

Radio Pinneberg sendet immer dienstags ab 16 Uhr auf UKW 96,0 sowie über die Kabelfrequenz 95,45 oder per Livestream im Internet unter www.radiopinneberg.de. Dort stehen auch weitere Infos zu den Themen der Sendung sowie alle bereits ausgestrahlten Beiträge als Download zur Verfügung.
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