"Radfahrer: Ab auf die Fahrbahn"

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03. Juni 2013, 11:50 Uhr

Kreis Pinneberg | Wie sieht es mit der Radfahrerfreundlichkeit im Pinneberger Kreisgebiet aus? Glaubt man dem bundesweiten Fahrradklima-Test 2012 des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC), dann haben Radler zumindest in Pinneberg, Wedel, Elmshorn und Quickborn nichts zu lachen. Zum heutigen Europäischen Tag des Fahrrads steht fest: Es gibt Verbesserungsbedarf in der Region.

Im ADFC-Fahrradklima-Test sollten Befragte bewerten, wie wohl sie sich in ihrer Stadt oder Gemeinde als Radfahrer fühlen. Pinneberg erreichte bundesweit unter allen Orten unter 100 000 Einwohnern Platz 247 von 252 teilnehmenden Orten sowie landesweit den allerletzten Platz. Wedel fand sich bundesweit auf Platz 179 wieder, Elmshorn wurde auf Platz 213 gewählt, Quickborn auf 232.

Juliane Besendahl vom ADFC-Vorstand Pinneberg sagt: "Es gibt ganz tolle Wege im Kreisgebiet, die sind asphaltiert, da kann man wunderbar ohne Verkehr lang fahren." Dann gebe es aber auch die schmalen Betonfahrspuren, auf denen es schwer zu radeln sei, die Überlandwege seien größtenteils in schlechtem Zustand, ebenso der Asphalt in Stadtgebieten. Auch Kreis-Sprecher Marc Trampe sagt: "Für den Radtourismus im Kreis muss man die Radwege im Blick behalten. Das ist ein Thema, dem man sich strategisch nähern sollte."

Aber auch die Sicherheit ist ein Thema: Der Verkehrssicherheitsbericht 2012 der Polizeidirektion Bad Segeberg besagte bereits im März: 441 Radfahrer wurden im vergangenen Jahr im Kreis Pinneberg bei Unfällen verletzt. 90 Prozent aller Radfahrer verunglückten innerhalb geschlossener Ortschaften, meist in größeren Kommunen, so die Erklärungen Bernd Steiners, der bei der Polizeidirektion für Verkehrsangelegenheiten zuständig ist. Gemeinsame Fuß- und Radwege seien eine Gefahrenquelle, bewertet Arne Meier, ADFC-Sprecher der Ortsgruppe Wedel, die Situation in Stadtgebieten. "Die meisten Unfälle passieren beim Abbiegen, weil Radfahrer hinter der Stadtmöblierung und parkenden Autos verschwinden." Er sagt: "Radfahrer sollten ab auf die Fahrbahn." Weil es wichtig sei, dass Radler sich sicher fühlen und erwiesen sei, dass Radfahren auf Strecken bis zirka fünf Kilometern die schnellste Fortbewegungsart sei, so Besendahl, gebe es in Pinneberg derzeit Bemühungen, ein Velorouten-Konzept umzusetzen, erarbeitet vom ADFC, der Arbeitsgruppe Agenda 21 und der Stadt Pinneberg.

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