Kreis Pinneberg : Quickborner stirbt beim Böllern

Die Feuerwehr rückte zum Großeinsatz nach Lutzhorn aus.
Die Feuerwehr rückte zum Großeinsatz nach Lutzhorn aus.

Die Polizei findet illegalen Sprengstoff in einer Plastiktüte neben dem 18 Jahre alten Toten. Insgesamt waren die Ordnungshüter im Kreis Pinneberg zu 144 Silvestereinsätzen draußen.

shz.de von
02. Januar 2015, 10:00 Uhr

Kreis Pinneberg | Die Silvesternacht ist von einem tragischen Unglück in Alveslohe (Kreis Segeberg) überschattet worden, bei dem ein 18-jähriger Quickborner ums Leben kam. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei erlitt der junge Mann bei der Explosion eines Feuerwerkskörpers eine tödliche Kopfverletzung. Wie das Landeskriminalamt (LKA) gestern mitteilte, wurde neben dem Opfer eine Plastiktüte mit illegalen Böllern gefunden. Ein 20-jähriger Begleiter kam mit leichten Verletzungen davon. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen. Die Wohnung des 18-Jährigen wurde von Ermittlern durchsucht. Ein Notfallseelsorger betreut die Angehörigen des jungen Quickborners.

Mit einem Großeinsatz ist es der Feuerwehr in der Silvesternacht gelungen, 15 Pferde und eine Reithalle in Lutzhorn zu retten: Das Feuer war gegen 23.20 Uhr auf dem Reiterhof an der Grenzhöhe ausgebrochen. Die Feuerwehr rückte mit 80 Einsatzkräften und neun Fahrzeugen zu der abgelegenen Anlage aus. In der Reithalle befanden sich zu dem Zeitpunkt noch 15 Tiere, die von den Brandbekämpfern auf die benachbarte Koppel getrieben wurden. Das Feuer wurde mit neun Strahlrohren bekämpft, so dass ein Übergreifen der Flammen vom Unterstand auf die Halle verhindert werden konnte. Um kurz vor 3 Uhr war der Einsatz beendet. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen

20 Einsätze der Feuerwehren

Die übrigen Freiwilligen Feuerwehren im Kreis Pinneberg mussten lediglich zu insgesamt 20 überwiegend kleineren Einsätzen wie Containerbränden ausrücken. Die Einsatzkräfte sprachen daher von einer relativ ruhigen Silvesternacht.

Die Polizei registrierte im Kreis Pinneberg 144 Einsätze: In Wedel, Pinneberger Straße, und Schenefeld, Kreuzweg, kam es jeweils gegen 3 Uhr zu zwei Verkehrsunfällen, weil die Fahrer betrunken waren. In der Quickborner Bahnhofstraße wurden drei Autofahrer erwischt, die deutlich alkoholisiert waren und ihre Führerscheine abgeben mussten.

In der Elmshorner Panjestraße sollen sich angeblich gegen 0.30 Uhr 20 bis 30 Personen auf den Bahngleisen geschlagen haben. Die Polizei war mit neun Streifenwagen am Einsatzort, konnte jedoch keine Schläger entdecken. Der Zugverkehr wurde in diesem Bereich aus Sicherheitsgründen für eine Viertelstunde gesperrt. Zuvor, gegen 20.30 Uhr, wurde in der Straße Sandberg in Elmshorn eine Frau mit einer Rakete beschossen. Sie blieb unverletzt. Der Verursacher hatte mehr als zwei Promille Alkohol im Blut. In der Halstenbeker Seestraße wurde zwei Stunden später ein Mann durch eine Silvesterrakete am Ohr verletzt.

In Pinneberg, Im Hauen, wurde gegen 23.20 Uhr eine unterm Carport abgestellte Mülltonne in Brand gesteckt. Dabei wurde ein Pkw leicht beschädigt. In Bokholt-Hanredder brannte zuvor, gegen 22.30 Uhr, eine Dixi-Toilette komplett ab. In Uetersen wurden mehrere Mülleimer in Brand gesteckt.

In den Regio-Kliniken mussten in der Silvesternacht 31 Patienten behandelt werden, 20 weniger als im Jahr zuvor. Außer Verletzungen als Folge des falschen Umgangs mit Feuerwerk mussten die Mitarbeiter der Notaufnahmen Platzwunden und Schnittwunden nach alkoholbedingten Stürzen oder Schlägereien sowie Vergiftungen durch Alkohol und Drogen versorgen.

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