Pinneberg : Quellental: Bürger müssen zahlen

Mitarbeiter von Stadt und Stadtwerken stellten sich bei der Informationsveranstaltung den Fragen der Bürger.
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Mitarbeiter von Stadt und Stadtwerken stellten sich bei der Informationsveranstaltung den Fragen der Bürger.

Ausbau der Richard-Köhn-Straße könnte private Anlieger bis zu 1700 Euro kosten / Individuelle Berechnung im Rathaus möglich

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25. Juni 2014, 10:00 Uhr

Es wird ein Mammutprojekt von Stadt und Stadtwerken. Bis 2019 sollen im Quellental die Abwasserrohre entflochten und die Straßen ausgebessert werden. Für die Anwohner bedeutet dies: Baulärm, gesperrte Straßen, blockierte Parkplätze. Aber auch finanzielle Belastungen.

Die Sanierung der Kanalisation legen die Stadtwerke zwar per Gebührenerhöhung auf alle Pinneberger um, doch sobald das neue Rohrsystem fertig ist, sind alle Anwohner verpflichtet, auch auf ihrem Grundstück Regen- und Schmutzwasser getrennt zu entsorgen. Auf eigene Rechnung. Die 2,8 Millionen Euro, die Pinneberg in die Sanierung der Straßen steckt, werden gemäß der Straßenbaubeitragssatzung auf Stadt und Anwohner aufgeteilt. Die Stimmung bei der ersten Informationsveranstaltung war am Dienstag in der Grund- und Gemeinschaftsschule entsprechend aufgeheizt.

Die Verantwortlichen hatten sich Transparenz auf die Fahnen geschrieben. Viele der zirka 50 Anwohner waren jedoch nicht zufrieden. Wiederholt forderten sie von der Stadt eine ungefähre Einschätzung der Kosten. „Ich habe nur eine kleine Rente“, betonte eine Anwohnerin, „ich kriege nachts kein Auge mehr zu, weil ich nicht weiß was auf mich zukommt.“ Bauamtschef Klaus Stieghorst verwies während der Informationsveranstaltung auf die individuelle Beratung, die jeder Betroffene im Rathaus erhalte. „Der genaue Beitrag hängt von sehr vielen verschiedenen Faktoren ab, es wäre daher sinnlos jetzt einfach eine Summe zu nennen“, betonte Stieghorst. Am Mittwoch reagierte die Stadt jedoch. Auf der Website Pinnebergs findet sich nun für die Richard-Köhn-Straße ein „Korridor in dem sich die Kosten bewegen könnten“, wie Stieghorst betont. Pinneberg geht derzeit von 2,55 Euro pro Quadratmeter Beitragsfläche aus. Für eingeschossige Wohngrundstücke an der Richard-Köhn-Straße könnten je nach Größe demnach 1100 bis 1700 Euro fällig werden. Bei mehrgeschossigen Wohngrundstücken liegen die Beiträge zwischen 1700 und 62 000 Euro. Wer nur eine Eigentumswohnung besitzt, zahlt einen entsprechend kleineren Anteil. Bei Gewerbetreibenden in der Richard-Köhn-Straße kalkuliert die Stadt mit Beiträgen von 2000 bis 14 000 Euro. Auch die Stadtwerke bieten für die Entflechtung der Kanalisation am Eigenheim eine persönliche Beratung an. „Auch hier sind die Kosten sehr unterschiedlich“, so Stadtwerkechef Henning Fuchs.

Die Bauarbeiten für 2014 und 2015 sollen Ende August an der Kreuzung Richard-Köhn-Straße/Oeltingsallee und in der Straße An der Raa gleichzeitig beginnen. Die Stadtwerke arbeiten sich mit einer Wanderbaustelle Richtung Thesdorfer Weg vor, der Straßenbau folgt. Das bedeutet Vollsperrungen, aber nur an einem bestimmten Abschnitt. Die weitläufige Umleitung ist über den Westring und den Thesdorfer Weg geplant. Grundsätzlich wird die Verkehrsführung dem aktuellen Baustellenstandort angepasst.

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