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Quickborn : Psychologe nach sexuellem Missbrauch verurteilt

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Der ehemalige Psychotherapeut Torsten W. hat mehrere Patientinnen in seiner Quickborner Praxis sexuell missbraucht. Gestern sprach der Richter das Urteil: Zwei Jahre auf Bewährung und 33.000 Euro Schmerzensgeld.

shz.de von
erstellt am 17.Dez.2013 | 12:00 Uhr

Der ehemalige Psychotherapeut Torsten W. ist gestern vor dem Landgericht Itzehoe zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden, weil er mehrere Patientinnen sexuell missbraucht hatte. Außerdem soll er 33 000 Euro Schmerzensgeld zahlen. Die Zweite Strafkammer unter Vorsitz von Richter Eberhard Hülsing war überzeugt, dass sich der 51 Jahre alte Psychologe an zehn jungen Frauen vergangen hatte. Der Ex-Therapeut gab die Taten zu.

In seiner ehemaligen Quickborner Praxis hat Torsten W. zwischen Mitte 2009 und Anfang 2011 immer wieder Frauen unsittlich angefasst. Er bot den Hilfesuchenden eine angebliche Körperpsychotherapie an, wie es in der Anklage der Staatsanwaltschaft hieß. Dabei forderte er die Frauen, die damals zwischen 17 und 26 Jahre alt waren, auf, sich zu entkleiden und auf einen Teppich in der Praxis zu legen. Er fasste ihnen an die Brüste sowie in den Schambereich und gab dabei vor, das sei notwendiger Teil der Behandlung. „Ich habe keine Gewalt angewendet“, sagte Torsten W.. „Aber ich habe vor allem jüngere Patientinnen von dieser Behandlung überzeugen wollen, auch wenn sie zunächst ablehnten“, räumte er ein. Auf die Idee sei er nach Indienreisen vor einigen Jahren gekommen, wo er eine Köpertherapie kennengelernt habe.

„Mit seinem Verhalten hat der Angeklagte in übelster Weise ein Vertrauensverhältnis missbraucht und die Regeln ihres Berufsstands verletzt“, sagte Richter Hülsing. „Sie haben ihre Patientinnen manipuliert.“ Besonders tragisch: Eine Frau war mit psychischen Problemen in die Praxis gekommen, weil sie bereits als Kind sexuell missbraucht worden war, wie die Anwältin der Geschädigten sagte. Der Psychologe hatte die Frauen aber nicht nur angefasst, sondern auch Videoaufnahmen von der angeblichen Behandlung gemacht. Die Filme stellte er in eine Pornosammlung.

Staatsanwaltschaft, Verteidigung und Gericht hatten sich vor der Verhandlung über ein mögliches Strafmaß verständigt. Dies hielt Hülsing dem 51-Jährigen in der Urteilsbegründung zugute. Sein Geständnis erspare den Frauen die Aussage vor Gericht. Er zahle auch Geld an Betroffene, deren Fälle nicht verhandelt wurden und er sei zudem in Therapie. Auf ein Berufsverbot wurde verzichtet, weil der Psychologe nach Entzug seiner Approbation ohnehin nicht mehr praktizieren darf.

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