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Frau auf offener Straße angegriffen : Prozess wegen Säureattacke beginnt am 20. Januar

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Pinneberger muss sich am Landgericht Itzehoe wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung verantworten.

shz.de von
erstellt am 08.Jan.2014 | 06:00 Uhr

Dramatische Szenen haben sich am 20. Juli in der Pinneberger Richard-Köhn-Straße abgespielt: Ein 53 Jahre alter Mann hatte am Nachmittag seine von ihm getrennt lebende 43 Jahre alte Ehefrau zunächst mit einem Messer niedergestochen und dann mit Säure übergossen. Ab Montag, 20. Januar, muss sich der Pinneberger dafür unter anderem wegen versuchten Mordes am Landgericht Itzehoe verantworten.

Dass es sich bei der Attacke, die für viel Aufsehen sorgte, um einen Mordversuch handelt, daran hat Oberstaatsanwalt Peter Müller-Rakow keine Zweifel. „Der 53-Jährige hat unter Verdeckung seiner wahren Absichten mit seiner Frau das Gespräch gesucht und sie dann in feindlicher Absicht mit einem Messer und mit Salzsäure attackiert“, erläuterte Müller-Rakow gestern im Gespräch mit dieser Zeitung. Der Pinneberger müsse sich zudem wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten, da das Opfer Verätzungen davongetragen habe.

Die Tat am 20. Juli erschütterte einen ganzen Stadtteil. Denn der Mordversuch ereignete sich am Nachmittag mitten in aller Öffentlichkeit. Zunächst sah alles nach einer Rangelei auf offener Straße aus. Doch dann zückte der 53-Jährige ein Messer und stach es seiner Noch-Ehefrau zweimal in den Bauch.

Doch damit nicht genug. Der Mann zog auch noch eine Flasche aus dem Rucksack, öffnete diese und übergoss die am Boden liegende Frau mit einer Flüssigkeit. Salzsäure, wie sich später herausstellte.

Es gab zahlreiche Zeugen. Einer von ihnen, der Fahrer eines VW-Busses, reagierte. Er hielt an und zog die Frau in sein Fahrzeug.

Pinneberger will sich selbst töten

Der Pinneberger indes, so berichteten Zeugen damals, entfernte sich seelenruhig vom Tatort und ging in seine nahe gelegene Wohnung. Schnell waren Kräfte eines Spezialeinsatzkommandos an der Richard-Köhn-Straße. Sie stürmten gegen 14.30 Uhr die Wohnung des 53-Jährigen und fanden ihn verletzt vor. Der mutmaßliche Täter, so hieß es, habe versucht, sich das Leben zu nehmen.

Einen Tag später ordnete ein Richter die Unterbringung des Pinnebergers in Untersuchungshaft an. Der Richter ging von Fluchtgefahr aus. Die 43-Jährige, so teilte die Polizei damals mit, schwebte trotz Verätzungen nicht in Lebensgefahr.

Der Prozess gegen den zur Tatzeit 53 Jahre alten Pinneberger beginnt am Montag, 20. Januar, um 9 Uhr im Saal 11 des Landgerichts Itzehoe, Theodor-Heuss-Platz 3. Insgesamt wurden bislang fünf Termine für das Verfahren angesetzt.

Laut Müller-Rakow sieht der Gesetzgeber für versuchten Mord eine Mindeststrafe von drei Jahren Gefängnis vor.

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