Schöffengericht Norderstedt : Prozess um Diebstahl von Uhren und Tablets: Drei Männer freigesprochen

Die Waren im Wert von einer halben Million Euro verschwanden in einem Logistikunternehmen.

shz.de von
07. Juni 2018, 17:25 Uhr

Norderstedt | Im Prozess um den Diebstahl von Tablets und Uhren im Wert von einer halben Million Euro sind drei Angeklagte vor dem Schöffengericht in Norderstedt freigesprochen worden. Während das Gericht in seiner Urteilsbegründung am Donnerstag von der Unschuld eines 39-Jährigen überzeugt war, habe es bei einem 26 Jahre alten Angeklagten ein „deutliches Unbehagen“ gegeben. Ihm konnte jedoch, ebenso wie einem weiteren Beschuldigten trotz „massiver Indizien“ keine Tatbeteiligung nachgewiesen werden.

Der 32 Jahre alte Hauptangeklagte, der wie die nun freigesprochenen Männer in dem Logistikunternehmen arbeitete, muss sich in einem gesonderten Verfahren verantworten. Bei der zwischen Oktober 2014 und Januar 2015 gestohlenen Ware handelte es sich laut Anklage um „zwei Paletten mit insgesamt 2500 Armbanduhren im Gesamtwert von 250.000 Euro, zwei Paletten mit insgesamt 858 Tablet-PCs im Gesamtwert von 73.500 Euro sowie elf Paletten mit Uhren im Gesamtwert von 170.000 Euro“.

Mit dem Urteil entsprach das Schöffengericht den Forderungen von Staatsanwaltschaft und Verteidigung, die ebenfalls auf einen Freispruch plädiert hatten. Der Anwalt des 39-Jährigen kritisierte die Ermittlungsarbeit der Polizei und sagte, der Prozess sei für seinen Mandanten existenzgefährdend gewesen. Auch die anderen Verteidiger sahen „nicht den Ansatz eines Beweises“ für eine Tatbeteiligung ihrer Mandanten und bezeichneten das Verfahren als vermeidbar und langwierig.

Das Verfahren war als Mammutprozess gegen zehn Angeklagte gestartet, wurde aber in mehrere Einzelverfahren aufgesplittet. Bereits zuvor waren vier Beschuldigte, die einen Teil der Waren verkauft hatten, wegen gewerbsmäßiger Hehlerei zu Bewährungsstrafen zwischen neun Monaten und eineinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Eine mitangeklagte Frau wurde freigesprochen. Ein weiterer Beschuldigter kam mit einer Verwarnung davon. Ursprünglich ebenfalls angeklagt war ein weiterer Mann, der jedoch noch vor Prozessbeginn starb.

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