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Pinneberger Tageblatt

20. November 2017 | 14:56 Uhr

Pinneberg : Projektsteuerer für Schulen

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Kommunaler Servicebetrieb ist ohne Ingenieure. Die Stadt will die offenen Stellen schnell wieder besetzen.

von
erstellt am 05.Mai.2017 | 14:00 Uhr

Pinneberg | Viel Licht und wenig Schatten oder viel Schatten und wenig Licht? Was den Stand der Schulbausanierung in Pinneberg angeht, scheiden sich die Geister. Zwar legte die Verwaltung während der jüngsten Sitzung des Schulbauausschusses am Mittwochabend einen aktuellen Bericht über das Schulbauprogramm vor, doch vorrangig die Grünen und Thomas Gerdes, Leiter der Grund- und Gemeinschaftsschule (GuGs) im Quellental, haben so ihre Zweifel. „Wir gehen von der Annahme aus, dass dieses Jahr zehn bis 15    Prozent umgesetzt werden. Was ist mit den anderen 88 Prozent?“, fragte Christoph Forsthoff (Grüne & Unabhängige).

Der Bericht, den Heiner Koch, Fachbereichsleiter Schulen, präsentierte, nennt, welche Maßnahmen an den einzelnen Schulen angeschoben worden sind und wie viel Geld verfügbar ist. Auch über den Status der Arbeiten wird informiert. Die Verwaltung verspricht eine regelmäßige Aktualisierung. Doch Grüne und Gerdes fordern einen umfangreichen Schulgebäudesanierungsplan mit einer Zeitschiene über die Umsetzung und Fertigstellung aller Vorhaben. Hintergrund: Ursprünglich sollte das Mammutprojekt Schulbausanierung in Pinneberg 2018 abgeschlossen sein, doch längst ist klar, dass dieser Termin nicht mehr einzuhalten ist. Im Spätsommer soll nun dieser lang erwartete Schulgebäudesanierungsplan laut Aussagen von Koch vorliegen.

Bei der Schulbauplanung und den Prozessen stehe die Ampel auf Grün – das jedenfalls sagte Bürgermeisterin Urte Steinberg (parteilos). Viele Bauprojekte seien angeschoben worden. Gerdes wollte das nicht so stehen lassen. „Es ist gelb“, sagte er. Wenn überhaupt. Das Bild, das vermittelt werde, sei unehrlich. Dann ließ er die Katze aus dem Sack: „Es gibt keine Ingenieure mehr im Kommunalen Servicebetrieb.“ All diese Kollegen, die die Prozesse begleitet haben, seien nicht mehr da.

Wie berichtet, hatte kürzlich auch der Technische Leiter des Servicebetriebs gekündigt. Zudem wurde die Werkleiterin Silkata Sahin-Adu, von Haus aus studierte Architektin, geschasst, weil sie verbotenerweise 160 Euro für ein nicht genehmigtes Seminar abgerechnet haben soll. Ist der Kommunale Servicebetrieb, der sich um die Schulbausanierung kümmern soll, jetzt ohne Fachkompetenz? Gerdes berichtete im Ausschuss, dass er mit einer Firma selbst die Gespräche geführt und erklärt habe, was gemacht werden solle. Das habe viel Zeit in Anspruch genommen, so der Schulleiter. „Ich habe schon überlegt, Ihnen die Rechnung zu schicken“, richtete er das Wort an die Verwaltung.

Die versprach, die Stellen so schnell wie möglich zu besetzen. Außerdem sollen für die drei großen Schulen GuGs, Johann-Comenius-Schule und Theodor-Heuss-Schule Projektsteuerer eingesetzt werden. Das ist bereits politisch beschlossen. Weitere Schulen könnten folgen. SPD-Ratsherr Kai Vogel, der den Ausschuss leitete, gab sich versöhnlich. Man solle jetzt abwarten: „Die Zahlen sprechen am Ende schon für sich.“ Auf den Ampel-Vergleich sollte man jedoch verzichten – darüber waren sich Vogel und auch der Ausschuss einig.

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