Pinneberg/Hamburg : Projekt „Offene Hände“

Ein Erlebnis, das sie nicht vergessen werden: Zwölf Kinder aus Pinneberg wurden vom HSV eingeladen.
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Ein Erlebnis, das sie nicht vergessen werden: Zwölf Kinder aus Pinneberg wurden vom HSV eingeladen.

Rübekamp-Schüler mit Migrationshintergrund besuchen Fußballspiel der „Dinos“ gegen FC Augsburg.

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07. Mai 2015, 14:00 Uhr

Pinneberg | Das Pinneberger Projekt „Offene Hände“ steht unter einem guten Stern: Just als eine Delegation von zwölf Kindern der Rübekamp-Grundschule das Spiel des HSV gegen FC Augsburg besucht, treffen die „Dinos “ nach sechs Spielen ohne eigenen Torerfolg dreimal gegen Augsburg. Endergebnis: 3:2.

„Es geht darum, mit Sport Brücken zu schlagen. Unser Ziel ist es, Ängste zu nehmen. Und wir wollen einen Beitrag zur Willkommenskultur leisten“, sagt der Quickborner Björn Meinecke, der das Projekt in Zusammenarbeit mit der Pinneberger Grundschule Rübekamp, dem Verein Pinneberger Kinder, Traudchen Perrefort vom Fachbereich Kultur, Soziales, Bildung und Sport und Wilhelm Hallberg, dem ehemaligen Leiter der Johannes-Brahms-Schule, auf den Weg gebracht hat. Ende März hatten die Verantwortlichen ihr Projekt bereits der Öffentlichkeit vorgestellt, das quasi ohne große Kosten realisiert worden ist.

Sechs Schüler mit Migrationshintergrund der Klasse Deutsch für Anfänger (DaZ) und sechs gleichaltrige deutsche Schüler der Rübekamp-Grundschule, das Kind eines Sponsors sowie zwei Lehrerinnen und Betreuer haben einen Tag erlebt, den sie so schnell nicht vergessen werden: Sie wurden persönlich von HSV-Chef Dietmar Beiersdorfer empfangen, bekamen jeweils einen HSV-Schal und wurden in dem Kiosk „Die Raute“ mit einer Mahlzeit verpflegt. Gegen 15.30 Uhr nahmen sie ihre reservierten Plätze im Block A mit bestem Blick aufs Spielfeld ein. Dann zitterten sich die Schüler und etwa knapp 52 000 Zuschauer mit dem HSV zum Sieg über Augsburg. Nach dem großen Fußballereignis zogen Meinecke und Hallberg jetzt ein positives Fazit.

Doch außer dem Spaß geht es in diesem Projekt auch um Kommunikation: „In jeder Schule geht es auch um die Vermittlung von Sprache. Das Fußballspiel regt selbstverständlich auch zum Austausch an, denn es wird in Gesprächen aufgearbeitet. Die Kinder lernen, Deutsch zu sprechen“, sagt Hallberg. „Die Kinder mit Migrationshintergrund kommunizieren ganz hervorragend“, sagt Meinecke. Ein besonderes Lob geht an den Sportverein: „Es ist toll, dass der HSV uns in diesen schwierigen Zeiten unterstützt hat“, sagt er und lobt auch die Betreuer: „Ich hätte nie gedacht, dass wir so erstklassige Mitarbeiter haben.“

Eine Erfahrung, die Meinecke und Hallberg machten, ist, dass sie überall offene Türen einrannten: „Es gibt ein ungeheures Potenzial an Bereitschaft zu helfen“, lautet das Fazit der beiden. Und das in einer deutschen Gesellschaft, die als saturiert gilt. „Was nicht heißt, dass es nicht auch die andere Seite gibt", sagen sie und spielen damit auf Bewegungen wie Pegida an.

Die durchweg positive Resonanz bestärkt Meinecke und Hallberg nun darin, mit dem Projekt weiterzumachen. Als Nächstes ist ein Tag ganz im Zeichen des Tennis in Quickborn-Renzel geplant. „Das besprechen wir jetzt mit dem Organisationsteam“, sagt Meinecke, der noch viele Ideen in petto hat. Ein Ende ist noch lange nicht in Sicht.

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