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Gegenseitiges Lernen : Projekt im Kreis Pinneberg soll Barrieren in der Natur abbauen

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Menschen mit und ohne Behinderung arbeiten gemeinsam, um die Umwelt für alle erlebbar zu machen.

shz.de von
erstellt am 17.Jun.2016 | 10:00 Uhr

Appen | Wie kann man den Begriff „Nachhaltigkeit“ so umschreiben, dass ihn auch Menschen verstehen, die eine geistige Behinderung haben? Dies ist eine der Fragen, mit der sich die Teilnehmer der zweiten Barrierefreiheitskonferenz am Mittwochnachmittag in Appen auseinandersetzten. Zu einem abschließenden Ergebnis kamen sie dabei nicht, aber zu einer langen Diskussion, berichteten sie während eines Pressegesprächs im Anschluss an die Konferenz.

Das Projekt „Natur für alle im Kreis Pinneberg“ läuft seit zirka anderthalb Jahren. Unterstützt wird es von der Aktion Mensch, getragen von der Stiftung Hamburger Arbeiterkolonie, die den Schäferhof in Appen betreibt. Elf Kooperationspartner haben sich inzwischen angeschlossen und arbeiten gemeinsam daran, Naturerlebnisräume im Kreis Pinneberg so zu gestalten, dass sie auch für Menschen geeignet sind, die eine geistige Behinderung, eine Lernbehinderung oder sprachliche Einschränkungen haben.

Einige Ergebnisse, die bereits umgesetzt wurden, sind für alle sichtbar: Seit vergangenem Jahr gibt es an Naturerlebnisräumen Erläuterungstafeln, die über einen QR-Code verfügen, mit dessen Hilfe sich per Smartphone die Texte in sogenannter Einfacher Sprache abrufen lassen, sodass auch Menschen mit Lernschwierigkeiten sie verstehen können. Für die Projektbeteiligten gab es aber auch persönliche Ergebnisse. „Die Fremdheitsschwelle zu Menschen mit Behinderung ist im Laufe der Zeit verschwunden“, berichtete Hans Ewers vom Naturschutzbund. Ute Hagmaier vom Abwasserzweckverband sagte, dass der Umgang mit Sprache innerhalb des Projekts, sie angeregt habe, auch innerhalb des Unternehmens auf einen einfacheren Ausdruck zu achten. „Wir können viel voneinander lernen“, sagte Hagmeier über die Zusammenarbeit.

Am Dienstag präsentierten die Kooperationspartner, woran sie gearbeitet haben. Eine Klasse der Klaus-Groth-Schule in Tornesch hat etwa eine Führung durch die Liether Kalkgrube entwickelt, die Menschen mit geistiger Behinderung anhand von Experimenten Geologie vermittelt.

„Natur für alle“ soll zunächst bis 2017 laufen, dann soll ein Naturführer in Einfacher Sprache erscheinen. Die Projektbeteiligten können sich aber nicht vorstellen, dass dann Schluss ist, denn derzeit sind alle begeistert und das Netzwerk von Partnern wächst.

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