Tornesch : Profitieren vom LTE-Ausbau

Zwei Techniker machen sich an einem LTE-Mast zu schaffen.
Zwei Techniker machen sich an einem LTE-Mast zu schaffen.

Torneschs Bürgermeister Roland Krügel ist irritiert von der Informationspolitik der Telekom.

Avatar_shz von
22. Juli 2014, 12:00 Uhr

Tornesch | Schnelleres Internet in Tornesch – laut Telekom ab sofort: Wie der deutsche Mobilfunkanbieter in einer Pressemitteilung verkündete, gehöre Tornesch zu den Kommunen, die aktuell beim LTE-Ausbau dabei seien.

Long Term Evolution, kurz LTE, ist demnach die vierte Mobilfunkgeneration und biete folgenden Vorteil: „Ab sofort können die Bürgerinnen und Bürger in Tornesch ihre Fotos, E-Mails und Musikdateien einfach über die Luft schicken – und zwar schneller als bei herkömmlichem DSL“, verspricht die Telekom in der Mitteilung.

Der Konzern vergleicht die Technologie mit einem lokalen Radiosender. Dementsprechend versorge ein LTE-Standort die Bewohner im Umfeld mit seinem Programm – dem schnellen Internet.

Aber ohne Weiteres können die Tornescher nicht von der Neuerung profitieren. Dafür muss erstens die LTE-Fähigkeit der Endgeräte gewährleistet sein, zweitens die Verfügbarkeit. Aktuelle Smartphones und Tablets könnten LTE standardmäßig empfangen, erklärt die Telekom. Ältere Laptops und PCs könnten dagegen über einen USB-Stick fit für das mobile Internet gemacht werden.

Der Stick übernehme dabei die Rolle einer Antenne, er empfange und versende Daten. Außerdem gebe es LTE-Router, die das Signal auffangen und damit in der Wohnung oder dem Büro ein drahtloses Funknetz (W-Lan) aufbauen. Auf diese Weise könnten mehrere Geräte gleichzeitig ins Internet gehen.

In welchen Haushalten die LTE–Technologie letztlich auch zur Verfügung steht, könne im Internet unter www.telekom.de/netzausbau eingesehen werden und beim jeweiligen Fachhändler.

„Mit LTE haben wir die Möglichkeit, auch solche Orte mit schnellen Internet-Zugängen zu versorgen, die bisher nicht zu erreichen waren“, wird Bruno Jacobfeuerborn, Technik-Chef der Telekom Deutschland, in der Mitteilung zitiert. „Wir kommen damit unserem Ziel immer näher, möglichst jeden an das schnelle Internet anzuschließen.“

Nur: Umsonst ist das nicht zu machen. „Wir investieren pro Jahr drei, vier Milliarden Euro in den Ausbau des Festnetzes und des Mobilfunks“, erklärte Pressesprecherin Stefanie Halle auf Anfrage. Für Tornesch nannte sie keine Zahlen, betonte aber die „gute Nachricht für den Ausbau der Infrastruktur“. Über die Meldung freute sich auch Torneschs Bürgermeister Roland Krügel – allerdings erst im zweiten Augenblick. Schließlich erfuhr er von der Presse von der technologischen Neuerung.

„Wie schön“, quittierte Krügel die Nachricht mit einem Schuss Ironie, um dann seine Verwunderung zu erläutern: „Wir befinden uns mit der Telekom in Gesprächen, inwieweit wir das Glasfasernetz ausbauen, um die Versorgung zu verbessern, und jetzt höre ich so etwas.“

Die Informationspolitik seitens des Unternehmens lässt aus Krügels Sicht zu wünschen übrig. „Ich erwarte schon, dass darüber eine Mitteilung kommt. Dabei geht es um den normalen Umgang miteinander“, erklärte der Bürgermeister.

In letzter Konsequenz begrüßte Krügel den LTE-Ausbau: „Wenn das vorangeht, ist es ja gut.“ Das Thema Glasfasernetz ist deshalb aber nicht vom Tisch. Die Stadt hat laut Krügel eine Anfrage gestellt, der Telekommunikationsriese hat sich gesprächsbereit gezeigt. Einen Termin gebe es allerdings noch nicht, so Krügel, der auch nach Alternativen sucht: „Wir sprechen auch mit Kabel Deutschland.“

40 Prozent der Deutschen gehen laut Telekom mobil ins Internet und die Zahl steigt rasant weiter. Hintergrund ist der Boom von Smartphones und Tablet-PCs. Bei der Telekom sind nach eigenen Angaben derzeit über 70 Prozent der verkauften Handys Smartphones.
zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen