Probetag für Feuerwehr-Anwärter

Wasser marsch: Olav Ramcke (links) und Alexander Scholz zeigten, wie ein Löschangriff funktioniert.
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Wasser marsch: Olav Ramcke (links) und Alexander Scholz zeigten, wie ein Löschangriff funktioniert.

Sechs Interessenten stellen sich vier Einsatzübungen beim Mitmachtag der Freiwilligen Feuerwehr Rellingen

shz.de von
03. September 2018, 16:00 Uhr

Person unter Lkw-Reifen eingeklemmt. Schwerer Verkehrsunfall mit verletzten Personen. Menschen in einem verrauchtem Gebäude. Die Freiwillige Feuerwehr Rellingen hatte sich für ihren ersten Mitmachtag einige Szenarien einfallen lassen, denen sich die sechs Interessenten stellen mussten.

Mit Spreizer und Rettungsschere wurde ein Auto aufgeschnitten. Am C-Rohr konnte am Sonnabend ausprobiert werden, wie ein Löschangriff erfolgt. Mit einem Hebekissen musste ein Lkw-Reifen gehoben werden. Und auch der Einsatz unter Atemschutz wurde geprobt – bei etwa 20 Grad eine schweißtreibende Übung.

„Die Interessenten haben sich gut geschlagen“, bilanzierte Gemeindewehrführer Kai-Uwe Otto nach etwa drei Stunden Training rund um die Feuerwache während sich die sechs Bewerber – alles Männer – mit Grillwurst stärkten. „Wenn wir einen neuen Kameraden gewinnen, hat sich der Aufwand schon gelohnt“, sagte Otto. Drei der sechs Anwärter haben zugesagt, zum nächsten Dienstabend zu erscheinen. „Bisher sind es nur Worte, aber wir hoffen, dass sie diesen auch Taten folgen lassen“, sagte Rellingens Feuerwehr-Pressesprecher Bernd Kirschke.

„Wir sind gut aufgestellt mit 75 aktiven Mitgliedern und 35 Nachwuchskräften in der Jugendfeuerwehr“, sagte Kirschke. Doch gebe es tagsüber ein massives Problem: Viele Kameraden arbeiten in Hamburg und sind nicht verfügbar. „Uns stehen am Tage nur etwa 25 Feuerwehrleute bei Einsätzen zur Verfügung, wenn wir Vollalarm geben“, erläuterte Kirschke. Daher werde bei größeren Einsatzlagen automatisch die Pinneberger Wehr mitalarmiert. Deshalb suche die Rellinger Wehr nach neuen aktiven Kameraden. „Idealerweise Menschen, die auch tagsüber in Rellingen sind“, sagte Kirschke.

Bezahlbarer Wohnraum sei ein Thema, das auch bei der Rellinger Wehr immer wieder diskutiert werde. „Es ist selten, dass uns jemand verlässt, weil er keinen Bock mehr auf Feuerwehr hat“, erläuterte Kirschke. Wohnortwechsel seien oft den hohen Grundstückskosten in der Gemeinde geschuldet. „Wir sind da mit der Verwaltung im Kontakt, um Ideen zu entwickeln, wie wir jungen Kameraden günstigen Wohnraum anbieten können.

„Ich kann mir gut vorstellen, dass wir die Aktion wiederholen“, sagte Otto. In welcher Form werde der Wehrvorstand noch beraten. „Vielleicht macht es auch Sinn, soetwas in einen Tag der offenen Tür zu integrieren“, sagte Kirschke. Doch eine Entscheidung wollen die Kameraden nicht übers Knie brechen. „Wir warten einfach einmal die nächsten Dienstabende ab, wie viele wiederkommen“, so Kirschke.

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www.feuerwehr-rellingen.de

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