„Das Haus am See“ in Pinneberg : Probenbesuch beim Forum Theater

Ein brisanter Brief? Das erfährt das Publikum von Chris Lund (Andreas Hettwer, von links), Inga Larsson Sjöberg (Babett Schemion), ihrer Mutter Lisbeth Larsson (Eveline Düstersiek) und ihrem Eheman Ole Larsson (Reinhard Matthies). Der Postbote Sven Hellström (Kai-Uwe Hünecke) ist Ingas Ex-Freund.
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Ein brisanter Brief? Das erfährt das Publikum von Chris Lund (Andreas Hettwer, von links), Inga Larsson Sjöberg (Babett Schemion), ihrer Mutter Lisbeth Larsson (Eveline Düstersiek) und ihrem Eheman Ole Larsson (Reinhard Matthies). Der Postbote Sven Hellström (Kai-Uwe Hünecke) ist Ingas Ex-Freund.

Das neue Stück „Das Haus am See“ des Forum Theaters feiert am Sonnabend, 16. April, in der Ernst-Paasch-Halle Premiere.

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09. April 2016, 13:00 Uhr

Pinneberg | Noch drei Mal wird geprobt, dann ist Premiere: Das Forum Theater präsentiert am Sonnabend, 16. April, sein neues Stück. Im Original handelt „Das Haus am See“ von Ernest Thompson in Nordamerika. Die Pinneberger haben es jedoch kurzerhand nach Schweden verfrachtet. „Ich war selber öfter in Schweden und konnte mir die Geschichte dort viel besser vorstellen“, erklärt Regisseurin Hanne Schellwald. Seit Mitte Januar wird geprobt. „Das ist ganz schön straff“, so Schellwald. Premiere hat nun nicht nur das Stück, sondern auch Katharina Breuer. Die 13-Jährige spielt das erste Mal bei den Erwachsenen mit.

Führen Regie: Brigitte Ehrich (l.) und Hanne Schellwald.
Oster
Führen Regie: Brigitte Ehrich (l.) und Hanne Schellwald.

Worum es geht? Lisbeth (Eveline Düstersiek) und Ole Larsson (Reinhard Matthies) sind ein altes Ehepaar, das jeden Sommer in seinem See in Värmland im Südwesten Schwedens verbringt. Und das schon seit 48 Jahren. Nun steht Oles 80ster Geburtstag vor der Tür – und mit ihm seine Tochter Inga (Babett Schemion). Lange ist sie nicht am See gewesen und als sie ankommt, fällt ihr auch schnell wieder ein warum. Dieses Mal reist sie mit Chris, ihrem frisch angetrauten Ehemann, an. Der möchte seine 13-jährige Tochter Nina (Breuer) über die Ferien bei den neuen Großeltern lassen. Aber weder Nina noch Ole sind von dieser Idee begeistert. Ole ist ein grummeliger Zeitgenosse. Auf die Frage „Wie fühlt es sich an, 80 zu werden?“, antwortet der Griesgram: „Doppelt so schlecht wie 40.“ Er kann einfach nicht gut alt werden. Und er kann nicht gut mit seiner Krankheit umgehen, würde er sich dadurch doch seine eigene Sterblichkeit eingestehen. Was er hingegen gut kann, ist alleine sein. Und wo ist man besser allein als beim Angeln?

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Doch diesen Sommer ist alles anders. Ole angelt nicht allein, sondern mit seiner Leih-Enkelin der 13-jährigen, aufmüpfigen Nina. Und so treffen zwei Welten aufeinander, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Einer am Lebensanfang, einer am Ende. Eine mitten in der Pubertät, einer in der Alterskrise. Einer vergisst aufgrund seiner Altersdemenz schon wieder alles, was er mal gelernt hat, die andere weiß noch gar nicht so viel von der Welt. Und trotzdem – oder genau deswegen – kann das ungleiche Duo einiges voneinander lernen.

Die Bühne im Miniatur-Format erleichtert die Proben.
Oster
Die Bühne im Miniatur-Format erleichtert die Proben.

„Das Stück vermittelt Ängste und Unsicherheiten eines Menschen, der nicht mehr so funktionsfähig ist wie in jüngeren Jahren“, sagt Brigitte Ehrich, Regie-Assistenz. „Doch obwohl das Stück ein ernstes Thema hat, hat es trotzdem komödiantische Züge“, ergänzt Schellwald. Ihr Lieblingszitat stammt von Ole selbst: „Der Goldene See ist in der Nähe, wo immer man auch ist.“ Das hat etwas von „Lebe den Moment“. Und das können sich nicht nur Ole, geplagt von Alter und Vergesslichkeit, als auch Nina, geplagt von nervigen Eltern, Pickeln und sowieso der ganzen Pubertät, zu Herzen nehmen.

 Die Premiere ist am Sonnabend, 16. April um 19.30 Uhr. Weitere Aufführungen: Sonntag, 17. April, 18 Uhr. Freitag und Sonnabend, 22. und 23. April jeweils um 19.30 Uhr und am Sonntag 24. April um 18 Uhr. Einlass in die Ernst-Paasch-Halle, Lindenstraße 10, ist jeweils eine halbe Stunde vorher. Tickets gibt es im Vorverkauf für zehn Euro, ermäßigt 7,50 Euro. Hinzukommen Vorverkaufsgebühren. Außerdem  gibt es Tickets an der Abendkasse.Vorverkauf im Bücherwurm, Dingstätte 24 und unter Telefon (04101) 23211. Weitere Infos online.
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