zur Navigation springen
Pinneberger Tageblatt

20. November 2017 | 14:56 Uhr

Proben für die Doppel-Premiere

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Musical Company Mit „Der nackte Wahnsinn“ bringt der Verein erstmals ein Theaterstück auf die Bühne

shz.de von
erstellt am 27.Okt.2017 | 16:21 Uhr

Wie fühlen sich Theaterschauspieler während der Generalprobe? Wie motiviert ein Regisseur den Cast, wenn er selbst der Überzeugung ist, dass die morgige Premiere erst nächsten Monat sein sollte? Und was passiert eigentlich während einer Aufführung hinter der Bühne, wenn persönliche Gefühle wie Liebe und Eifersucht, aber auch Alkoholprobleme im Spiel sind? All diese Fragen werden in dem Theaterstück „Der nackte Wahnsinn“ - im englischen Original „Noises Off“ beantwortet, das am Donnerstag, 2. November, um 19.30 Uhr Premiere im Cap Polonio feiert.

Die Erstaufführung wird eine doppelte Premiere für das zehnköpfige Ensemble und auch das Team der Musical Company. Denn erstmals wird ein Theaterstück auf die Bühne gebracht. „Wir hatten zwei konkurrierende Stücke für den März und wegen der längeren Probenzeit plötzlich ein Loch im Herbst. Daher sind wir auf die Idee gekommen, mal ein Theaterstück zu spielen“, erläutert Andreas Hettwer, Pressesprecher der Musical Company. Heiko Schnorrenberger führt bei „Der nackte Wahnsinn“ Regie, wenn die Zuschauer ein Theaterstück in einem Theaterstück erleben und das Ensemble von der Generalprobe bis zu den Aufführungen begleiten – auf und auch hinter der Bühne.

Zum Inhalt: In Michael Frayns Komödie in der Komödie ist es gleich das komplette Produktionsteam der fiktiven Posse „Nackte Tatsachen“, das nach und nach den Kopf verliert. Chaos pur. Die eine Akteurin lässt die Sardinen stehen, die andere vergisst ihren Text, Requisiten sind nicht an ihrem Platz und der Einbrecher-Darsteller ist nicht auffindbar. Das Chaos wütet nicht nur auf der Bühne, sondern auch Backstage. Liebeswirrwarr, Neid und Geltungsdrang herrschen dort – und der Zuschauer kann alles miterleben.

„Der nackte Wahnsinn“ gilt als eines der weltweit meistgespielten Stücke. Was ist in Pinneberg besonders? „Wahrscheinlich nichts. Wir hatten nicht den Anspruch, etwas komplett anderes zu machen“, erläutert Schnorrenberger. „Das Stück lässt nicht viel Raum für Interpretationen. Man kann den Rollen nur eine gewisse Tiefe geben. Es lebt von der Situationskomik.“ Als Beleuchter hat er das Stück selbst schon fünfmal am Licht begleitet. „Das besondere ist vielleicht, dass wir das Stück eher konservativ spielen. Der Autor hat viele Regieanweisungen gegeben und wir sind sehr nah am Original“, sagt der 58-Jährige, der seit Ende Mai probt – dreimal pro Woche.

„Die größte Herausforderung an die Darsteller ist das Timing der Abfolge des Geschehens, da bei hoher Geschwindigkeit vieles gleichzeitig passieren muss. Auch die Requisiten müssen häufig den Platz wechseln und immer dort sein, wo sie als nächstes gebraucht werden“, sagt Hettwer. Schnorrenberger hakt ein: „Zudem steht diesmal defintiv das Schauspielerische im Mittelpunkt. Beim Musical ist es einer von drei Bausteinen.“ Choreografie und Gesang fallen aber diesmal weg. „Deshalb haben wir es auch geschafft, das Stück in so einem kurzen Zeitraum einzustudieren“, sagt Hettwer. Für einige Darsteller bedeutet es doppelten Stress, da sie parallel auch im Musical Blutsbrüder mitwirken, das im März 2018 auf die Bühne des Cap Polonio gebracht werden soll. „Einige Darsteller proben derzeit fünfmal pro Woche“, so Hettwer.

Auch wenn ein reines Theaterstück eine Premiere für die Musical Company ist, werden die Zuschauer viele aus den Musicalproduktionen bekannte Gesichter erleben. Nikola Frehsee, Jan Torben Schunck, Anna Beier, Arny Oprotkowitz, Mirka Lindow, Kolja Krückmeyer, Maximilian von Arnschink, Dörte Jüdes, Julia Liebert und Stefan Thor Straten-Wolf werden auf der Bühne stehen. „Es gab großes Interesse innerhalb des Vereins und auch extern. Die Besetzung war kein Problem“, so Schnorrenberger. Nun fiebern alle Darsteller der doppelten Premiere am 2.  November entgegen.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen