zur Navigation springen

Bürgerversicherung gefordert : Privatpatienten droht der Preishammer

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Der Sozialverband fordert eine solidarische Bürgerversicherung. CDU hält dagegen.

shz.de von
erstellt am 26.Apr.2015 | 10:00 Uhr

Kreis Pinneberg | Höhere Beitragszahlungen für Privatpatienten prognostiziert der Sozialverband Deutschland (SoVD) im Kreis Pinneberg infolge des niedrigen Zinsniveaus bereits für die Jahre 2015/2016. Kapitalrücklagen der Versicherer müssten angegriffen werden, um die Leistungen für Patienten zu zahlen. „Die privaten Krankenkassen werden schon bald den Preishammer herausholen. Für viele Menschen wird die private Versicherung immer mehr zum Ballast“, sagt Gerhard Renner, SoVD-Vorsitzender im Kreis Pinneberg. 

Der SoVD fordert eine Reform, die das bewährte System der umlagefinanzierten und gesetzlichen Krankenversicherung zu einer solidarischen Bürgerversicherung fortentwickelt. Dazu solle sie als Vollversicherungssystem öffentlich-rechtlich organisiert werden. Gefordert wird, alle Einnahmen  wie auch aus Vermietung und Kapitalanlagen, bei der Beitragsberechnung einzubeziehen. „Es ist höchste Zeit, endlich die solidarische Bürgerversicherung in Angriff zu nehmen, in die alle einzahlen und die Besserverdienenden keine Schlupflöcher bietet“, sagt Renner.

Neu ist das Thema nicht. Doch Renner betont: „Es ist wichtig, es immer wieder ins Gespräch zu bringen.“ Eine Alternative sieht er für die Zukunft nicht. Er glaubt jedoch, das Thema sei mit einer unionsgeführten Bundesregierung nicht machbar. „Die Politiker sträuben sich, weil sie eine Wählerklientel nicht verprellen wollen. “

Das derzeitige Modell sei „schwierig“

„Die SPD hält nach wie vor das Grundprinzip der Bürgerversicherung hoch“, sagt auch Ernst Dieter Rossmann, SPD-Bundestagsabgeordneter für den Kreis. Das derzeitige Modell nennt er „schwierig“. Es berge Ungleichheiten. „Ich bin mir sicher, dass wir erleben werden, dass es eine Bürgerversicherung geben wird mit gleichem Versicherungsschutz und gleicher Beitragsstruktur für alle.“

Ole Schröder, CDU-Bundestagsabgeordneter für den Kreis, hält dagegen: „Unser derzeitiges duales Versicherungssystem ist eines der besten Krankenversicherungssysteme weltweit.“ Er kritisiert am Modell einer Bürgerversicherung, dass Konkurrenz fehle, dass das System vollends staatlichem Einfluss unterliege und das Entstehen paralleler Versorgungsstrukturen für Wohlhabende fördere, wie es im Ausland geschehen sei. Eventuell anstehende Preiserhöhungen für Privatpatienten seien kein Grund zum Umdenken. Grundsätzlich diskutiere die CDU laufend über Änderungen, die Ungerechtigkeiten abschaffen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen