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Marodes Dach, nasses Fundament : Prisdorf will Tennis-Halle erhalten

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Das 1981 gebaute Gebäude ist stark sanierungsbedürftig. 20 Prozent der Kosten von fast 523.000 Euro muss die Gemeinde tragen.

shz.de von
erstellt am 14.Feb.2017 | 16:00 Uhr

Prisdorf | Wie lange die Halle des Tennis-Clubs Prisdorf noch genutzt werden kann, wenn sie nicht saniert wird, konnte Joachim Ahrendt in der jüngsten Sitzung des Ausschuss für Schule, Sport und Soziales der Gemeinde Prisdorf nicht genau bemessen. „Sollten keine Sanierungsmaßnahmen durchgeführt werden, ist der Hallenbetrieb und der Fortbestand des Vereins gefährdet. Wenn Dachteile auf den Platz fallen würden, müssten wir den Spielbetrieb umgehend einstellen“, erläuterte der zweite Vorsitzende des Tennis-Clubs.

<p>Joachim Arendt</p>

Joachim Arendt

Das Dach der 1981 errichteten Halle mit drei Tennisplätzen ist marode. „Neben Leckagen an der Dachfläche, die nach fast jedem Sturm durch neue Schäden am Dach vermehrt auftreten, dringt auch von unten Wasser über die Fundamente in die Halle ein“, teilte der Vereinsvorsitzende Jörg Schneider in einem Schreiben an die Gemeinde mit. „Wir hatten zudem Marder im Dach, die weitere Beschädigungen verursacht haben. Fäkalien und Löcher führen zu weiteren Problemen im Bereich der Dämmung“, ergänzte Ahrendt.

Fast 523.000 Euro soll die Sanierung kosten. 20 Prozent müsste die Gemeinde tragen – insgesamt 104.530 Euro nach aktuellem Planungsstand. Auf eine Förderung in gleicher Höhe vom Kreis Pinneberg hatte der Verein gehofft. Die Planungen sind aber obsolet. „Der Kreis stuft Prisdorf in die Zuschussgruppe B ein. Somit würde er das Projekt nur mit zehn Prozent fördern. Die Voraussetzung ist aber, dass die Gemeinde 20 Prozent der Kosten trägt“, sagte Ahrendt.

Verein fehlen derzeit zehn Prozent

Der Bund würde sich mit fast 25.000 Euro an einer neuen Beleuchtung und der Landessportbund mit 40.000 Euro an der Sanierung beteiligen. Fast 250.000 Euro würde der Verein über Kredite finanzieren. „Wir können die Maßnahme nur durchführen, wenn die Gemeinde einen Zuschuss gibt und wir die Förderung des Kreises erhalten“, so Ahrendt. Für die derzeit fehlenden zehn Prozent müsse der Verein den Kredit aufstocken oder über andere Finanzierungsmodelle nachdenken.

„Mich wundert insgesamt, dass die Zahl doppelt so hoch ist wie ursprünglich“, hinterfragte Uwe Behrend (SPD) die Kosten. „Die Dacharbeiten sind nicht möglich ohne Fassadenarbeiten, da Asbest verbaut wurde. Zudem ist der Hallenboden im Jahr 2018 mehr als zwölf Jahre alt und musste in der Vergangenheit nach elf und 14 Jahren getaucht werden“, erläuterte Ahrendt die Kostensteigerung und ergänzte: „Wir wissen nicht, was uns unter dem Dach erwartet. Daher gibt es derzeit bei den Kosten nur Bewegung in eine Richtung – nach oben.“ Derzeit gehe der Verein aber davon aus, dass die 523.000 Euro reichen.

Bürgermeister Rolf Schwarz (BBP) schlug vor, Gespräche mit dem Kreis zu führen und die Förderung der Gemeinde über einen Nachtragshaushalt zu finanzieren. Matthias Booke (CDU) machte sich für ein klares Förderbekenntnis stark: „Wir müssen priorisieren. Hier wurde locker über 650.000 Euro für einen Park-and-Ride-Parkplatz entscheiden. Da hätte ich mit gewünscht, dass wir weitsichtiger entschieden hätten. Mir liegt die Sport- und Jugendförderung mehr am Herzen“, so Booke. Allerdings muss die Gemeinde nur 15 Prozent der Kosten tragen, wenn die Förderanträge bewilligt werden. Mit acht Ja-, zwei Nein-Stimmen und einer Enthaltung beschloss der Ausschuss die Förderung in die Haushaltsberatungen 2017 aufzunehmen. Bis zum 28. Februar sollen offene Fragen geklärt werden.

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