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Kreis Pinneberg : Premiere für 2775 Abc-Schützen

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Nächste Woche starten im Kreis Pinneberg die Schulanfänger in den neuen Lebensabschnitt. Das Schulamt nennt die Schülerzahlen stabil.

Kreis Pinneberg | Ran an die Schultüten, zum ersten Mal Ranzen auf den Rücken schnallen, Schulbrote einpacken und mit vielen anderen Kindern gemeinsam für das Leben lernen: Für 2775 Abc-Schützen startet nach Angaben des Schulamts im Kreis Pinneberg an staatlichen Schulen in der kommenden Woche mit dem Schuljahr 2015/2016 die Premiere. An 45 Grundschulen und fünf Grund- und Gemeinschaftsschulen werden zwischen Montag, 31. August, und Mittwoch, 2. September, die Einschulungen gefeiert.

Einzig die James-Krüss-Schule auf Helgoland hat zeitlich die Nase vorn: Für die neun Abc-Schützen auf der Hochseeinsel geht es bereits morgen los. Denn die Sommerferien sind auf Helgoland nur fünf Wochen lang, die Herbstferien dafür drei. „Viele Eltern arbeiten in touristischen Betrieben“, erläutert Tourismusdirektor Klaus Furtmeier. All denen, die in der Hochsaison arbeiten müssten, solle die Möglichkeit gegeben werden, in den Herbstferien drei Wochen lang wegzufahren.

Die Entwicklung der Schülerzahlen ist nach Angaben des Schulamts im Kreis Pinneberg relativ stabil. 2817 Schüler wurden im vergangenen Jahr eingeschult. „Der demografische Wandel ist im Kreis nicht so stark zu merken“, sagt Bianca Hermsmeier vom Schulamt. Es würden zwar weniger Schüler, doch sei diese Entwicklung in anderen Kreisen in Schleswig-Holstein stärker ausgeprägt. Die meisten Erstklässler – 104 Kinder – werden laut Schulamt in der Pinneberger Helene-Lange-Schule eingeschult. 102 Schulanfänger sind es in der größten Grundschule des Kreises Pinneberg, der Albert-Schweitzer-Schule in Wedel. Nach der James-Krüss-Schule auf Helgoland mit neun Erstklässlern hat die Grundschule Seester die kleinste Gruppe von Abc-Schützen. Dort starten dieses Jahr 19 Kinder.

Schultüten und Ranzen: Nachhaltigkeit ist gefragt

Was soll in die Schultüten, in die Ranzen und auf die Rücken  der Abc-Schützen? Ein Trend ist im Kreis Pinneberg klar erkennbar: kein Schrott. Dass beim Einkauf zum Schulstart vermehrt auf Qualität geachtet werde, bestätigen Geschäftsleute aus der Region in einer Umfrage.

„Die Eltern achten auf sinnvolle Dinge. Die Tendenz geht zur Nachhaltigkeit“, sagt Sabine Körner von „Körner – Lesen und Spielen als Erlebnis“. Rucksäcke, Brotdosen und Trinkflaschen aus recycelten Materialien seien beliebt. Zum Schulstart seien individualisierte Schultüten mit aufgestickten Namen, in deren Stoffbezug im Anschluss ein Kissen passt, „der Renner“, wie Körner anführt. „Sehr nachgefragt sind als Geschenke oder Schultüteninhalt auch individualisierte Erstlesebücher.“

In der Pinneberger Buchhandlung „Bücherwurm“ werden zur Schulstartersaison neben Schulbücher und Arbeitsheften als Schultüteninhalt auch sogenannte Knalltüten mit kleinen Spielzeugen, Glücksbringer in Form kleiner Kuscheltiere, Radiergummis, Erstlese- und Vorlesebücher gekauft, so Monika Frömming, Leiterin der Belletristik-Abteilung. Nachgefragt würden auch die Bio-Süßigkeiten, würzig oder süß, vegan, glutenfrei, fair gehandelt. „Nachhaltigkeit ist ganz stark gefragt. Etwas Gesundes, Ordentliches soll es sein. Die Bücher sollen möglichst nicht eingeschweißt sein“, sagt Frömming  über die Wünsche ihrer Kunden.

Die meisten Schulanfänger werden auch in diesem Jahr an ihrem großen Tag eine klassisch gefüllte Schultüte im Arm halten. 85 Prozent der Mütter und Väter wollen die Tüten mit Süßigkeiten füllen, 80 Prozent packen Schreibwaren für die Schulzeit hinein. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Marktforschungsinstituts Goldmedia. Technik wollen demnach nur wenige Eltern in die Schultüte stecken: Bei 11 Prozent der Kinder soll ein Handy oder Smartphone in die Tüte, bei 7 Prozent ein MP3-Player. Nur 2,4 Prozent der Befragten gab an, dass ihr Kind überhaupt keine Schultüte zur Einschulung bekommt. 6,8 Prozent sagten, dass sie die Tüte selbst basteln und befüllen, 30,2 Prozent kauft eine bereits gefüllte Tüte. Der Großteil, 60,6 Prozent, kauft zwar eine fertige Schultüte, befüllt sie dann aber selbst. Für die Umfrage  wurden im Juli 1216 Eltern befragt. (dpa)

Beim Gang durch die Kreis Pinneberger Geschäfte wird deutlich: Schulrucksäcke mit Hüftgurt sowie Klettmotiven zum Anheften liegen unter den Schulanfängern  im Trend, aber auch  Ranzen – beides meist angeboten als Set mit gefüllter Federtasche, Stiftebox und passendem Sportrucksack. „Mädchen mögen rosa, rot, pink. Bei Jungs ist die Grundfarbe blau“, sagt Jürgen Wulf, Inhaber von Homann Lederwaren in Pinneberg über die grundsätzlichen Geschmäcker. Gert Steyer vom Wedeler „Buchhaus Steyer“ bestätigt: Ranzen mit Dinos, Skatermotiven oder Fußball kommen bei  Jungs gut an, die Farben Lila und Rosa sowie Pferdemotive bei Mädchen. Qualität stehe auch für seine Kunden an oberster Stelle. 

Die Antworten wiederholen sich auch bei Oliver Grunwald, Inhaber von „Papier & Stift“ in Pinneberg. Auf den Schultüten seien Motive beliebt, die „aus dem Fernsehen bekannt sind“, so Grunwald. Star Wars, die Minions, Polizei- und Feuerwehrautos und wieder Pferde und Prinzessinnen – „nach wie vor auch die klassischen Motive“, wie er anmerkt. Das bestätigt Andreas Möller, Geschäftsführer von „Papier Bramstedt“ in Elmshorn. Schultüten mit Piratenmotoiven für Jungs, Pferde und Prinzessinnen für Mädchen nennt er als gängige Schultüten-Produkte. Er weiß aber auch: „Viele basteln selbst.“

Grundwald bezeichnet  die Zeit der Einschulung wie einige seiner Kollegen als  das  „stärkste Geschäft im ganzen Jahr, stärker als Weihnachten“. Auch er stellt fest: „Es werden mehr Leute, die auf Qualität achten.“ Bis zu 200 Euro koste der Ranzen im Set, ab fünf Euro seien Schultüten zu haben, die gefüllt werden wollen. Mit zirka 50 bis 100 Euro sei man für weitere Erstklässler-Utensilien dabei.

Für die Abc-Schützen heißt es ab kommender Woche: „Nun wird die Schulbank gedrückt.“ Außer auf Helgoland: Da geht der sogenannte Ernst des Lebens bereits morgen los. In einem Sonderheft, das Ihrer Zeitung am Sonnabend, 12. September, beiliegt, werden alle Erstklässler vorgestellt.
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