zur Navigation springen

Witzig und kindgerecht : Premiere beim Theater Schenefeld

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Das Theater Schenefeld verzaubert mit „Die Bremer Stadtmusikanten“. Die Aufführungen des Weihnachtsmärchens läuft ab 9. Dezember.

shz.de von
erstellt am 05.Dez.2016 | 16:00 Uhr

Schenefeld | Bereits als die Räuber Palle (Karsten Schmidt) und Kalle (Johannes Laakmann) in Richtung Bühne schleichen, realisieren die Zuschauer: Vor den mit Schlapphüten und Westen im Ronja-Räuber-Tochter-Stil bekleideten Räubern müssen sie sich nicht fürchten. Die Schenefelder Theaterleute haben ihr Publikum bei der Premiere der „Bremer Stadtmusikanten“ unter Regie von Laura und Michael Matthiesen am Freitagabend mit einer märchenhaften Inszenierung voller Herzblut inspiriert und verzaubert.

Wenn sich der Vorhang öffnet, wird der Blick frei auf ein Bauernhof-Idyll mit Mühle, Hundehütten und dichter Baumkulisse. Zwei Tannenbäume dürfen bei der Weihnachtsmärchen-Inszenierung nicht fehlen. Nachdem die Räuber Esel, Hahn, Katze und Hund aus dem Schlaf reißen, präsentieren sich die Tierfiguren mit eigenwilligem Pfiff: Gerrit Meyer-Haack spielt den großfüßigen Hahn „Rotkopf“ charmant und mit französischem Akzent. Andrea Krohmer tappst als lebensfroher Hund „Packan“, passend zum fortgeschrittenen „Lebensherbst“, ein wenig schwerfällig über die Bühne. Ariane Chergui gelingt es vortrefflich, mit katzenhaften Bewegungen die Samtpfote „Bartputzer“ zu verkörpern. Renate Brühl-Schaidt verleiht dem Esel „Grauschimmel“ weniger ein stures als ein nachdenklich-kluges Wesen.

Doch auch die Räuber – personifiziert in den Figuren Palle, Kalle und Räuberhauptfrau Gertrude (Chantal Wüst) – spielen in der Bühnenversion von Manfred Hinrichs eine bedeutende Rolle und überzeugen mit ihrem Spiel. Wüst verkörpert die Räuberhauptfrau dominant und peppig. Die Bühnentänzerin brilliert vor allem bei ihrem gesanglichen Auftritt „Ich bin der Boss“. Noch zu Beginn des Stückes hat sie ihre steppfreudigen Räuber gut im Griff. Die Landstreicherfiguren im Stil der Jahrhunderwende mausern sich später allerdings zu Männern mit eigenem Format. Einige Kinder vermissten SPD-Chef Nils Wieruch, der beim vergangenen Weihnachtsmärchen als Schauspieler mitgewirkt hatte. Doch der agierte diesmal als geschäftstüchtiger Finanzchef an der Vereinskasse. Die Schenefelder standen den Profi-Bühnen mal wieder in nichts nach. Theaterfreunde sollten sich den Märchenspaß voller Musik nicht entgehen lassen.

Zum Stück: Esel „Grauschimmel“, Hund „Packan“, Katze „Bartputzer“ und Hahn „Rotkopf“ gehen auf dem Mühlenhof ihrer Arbeit nach. Die Müllerin will die „unnützen Fresser“ jedoch los werden. „Etwas Besseres als den Tod finden wir überall“, meint „Grauschimmel“. Er überredet seine Freunde, mit ihm nach Bremen zu gehen: „Dort werden immer gute Stadtmusikanten gebraucht!“ Sie machen sich auf den Weg und erleben jede Menge Abenteuer.
 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen