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Pinneberger Tageblatt

17. Dezember 2017 | 13:32 Uhr

Positive Bilanz trotz Hiobsbotschaft

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

TheaterPaasch-Halle: Aus für Forum-Theater-Saison? / Mehr Stücke, mehr Zuschauer, mehr Spieler: Amateurensemble-Boom

Am Mittwoch kam die Hiobsbotschaft: Die Ernst-Paasch-Halle in Pinneberg, die nach langem Ringen zum Kulturzentrum umgewandelt werden sollte, ist gesperrt. Ein Statiker begutachtete das Gebäude und befand die Tragfähigkeit für nicht ausreichend (wir berichteten). Ein Albtraum für das Forum Theater, das die Halle als Spielstätte nutzt. „Das ist eine wirklich überraschende und schwer zu verdauende Nachricht und bedeutet eine schwerwiegende Beeinträchtigung für unser Forum Theater“, sagte Andreas Hettwer, Erster Vorsitzender und Pressesprecher des Vereins.

Dabei sollte endlich Ruhe sein: Genauso turbulent, wie das Jahr 2016 zu Ende geht, hat es auch angefangen. Im Januar diskutierte die Politik nicht nur die Zukunft der Paasch-Halle, sondern auch die Nutzung des Geschwister-Scholl-Hauses (GSH) als Spielstätte für die Pinneberger Bühnen. „Die Pinneberger Theatervereine sind ein wesentlicher Bestandteil der Pinneberger Kulturszene“, empörte sich damals Peter Heinitz, Zweiter Vorsitzender der Pinneberger Bühnen.

Die Zahlen geben ihm Recht: Nicht weniger als 15 Produktionen realisierten die vier Pinneberger Theatervereine Forum Theater, Pinneberger Bühnen, Musical Company und Waldenauer Speeldeel im Jahr 2016 – vom Broadway-Hit über Eigenproduktionen und Klamauk auf Platt bis zum Weihnachtsmärchen. Während die Speeldeel und das Forum Theater sich nach eigenen Angaben über konstante Zuschauerzahlen freuen, sind bei der Musical Company und den Pinneberger Bühnen die Zahlen gestiegen: 2016 besuchten mehr als 10  000 Besucher die Vorführungen der Vereine mit „durchweg positivem Feedback“. Arny Oprotkowitz, Erster Vorsitzender der Musical Company, erläutert: „Während wir vor vielen Jahren vor allem für unseren Enthusiasmus und unsere Spielfreude gelobt wurden, hat der Zuschauer mittlerweile einen höheren Anspruch. Wir freuen uns, dass wir mit professionellen Produktionen aus Hamburg verglichen werden.“ Auch wenn dann sämtliche Bereiche vom Licht bis zum Gesang viel genauer unter die Lupe genommen würden.

Die Speeldeel, die zweimal im Jahr in der Alten Datumer Schule auf Plattdeutsch spielt, erweitert derzeit ihr Publikum um die jüngere Generation. Pressesprecherin Jana Opahle sagt: „Das Stammpublikum ist eher im älteren Bereich ab 60 Jahren zu finden. In den letzten zwei bis drei Jahren ist eine kleine Änderung in den Altersgruppen merkbar, es sind mehr jüngere Leute dabei.“ Eine Beobachtung, die Mareijke Toschka von den Pinneberger Bühnen bestätigt. „Dadurch, dass wir versuchen neue Stücke zu spielen, in denen besonders junge Akteure mitspielen können, sprechen wir auch im plattdeutschen Bereich ein jüngeres Publikum an“, erläutert sie. Nachwuchssorgen hat keiner der Vereine, bis auf die Speeldeel. Doch auch die konnte in den letzten beiden Jahren Zuwachs gewinnen. Das Forum Theater gründete sogar erst kürzlich eine eigene Jugendgruppe, die im November erfolgreich „Sindbad, der kleine Seefahrer“ zur Aufführung brachte.

Was mit dem neuen Stück des Forum Theaters ist – „Eine Stunde Ruhe“ , das im Februar 2017 laufen sollte –, steht hingegen in den Sternen. „Wir werden uns mit dem Vorstand und danach mit den Mitgliedern zusammensetzen, um zu beraten, wie wir damit umgehen beziehungsweise um eine Lösung für eine Spielstätte zu finden“, erklärte Hettwer. Einen guten Ausklang findet das Jahr 2016 bei den anderen Vereinen, auch bei den Pinneberger Bühnen: Sie dürfen weiterhin im GSH spielen.

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