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Atomkraft im Norden : Positionen im Wahlkampf reichen von sofortiger Beendigung bis Weiterentwicklung

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Im Norden stehen insgesamt drei Atomkraftwerke (AKW) in Brokdorf, Brunsbüttel und in Krümmel.

shz.de von
erstellt am 09.Apr.2017 | 10:00 Uhr

Kiel | Sechs Jahre ist es her: Seit dem 6. August 2011 ist der deutsche „Atomausstieg“ beschlossene Sache. Mit dem Gesetzesentwurf wurde geregelt, dass nach und nach die Atommeiler vom Netz genommen werden und die erneuerbaren Energien stärker forciert werden.

Auch in der diesjährigen Schleswig-Holsteinischen Landtagswahl am Sonntag, 7. Mai, ist der Ausstieg aus der Kernenergie ein Thema, dass in den Wahlprogrammen der Partei seinen Platz gefunden hat. Im Norden stehen insgesamt drei Atomkraftwerke (AKW) in Brokdorf, Brunsbüttel und in Krümmel. Lediglich der Meiler in Brokdorf ist noch bis voraussichtlich 2021 am Netz, die anderen beiden wurden heruntergefahren und befinden sich im Rückbau.

Wie stehen die Parteien zum Atomausstieg?

  • SPD: Die Sozialdemokraten fordern in ihrem Wahlprogramm, dass der Rückbau der Atomkraftwerke „so schnell wie möglich“ abgewickelt wird. Dabei sei das Ziel der SPD, dass die Energie für Verbraucher weiterhin bezahlbar bleibe.
  • CDU: Die norddeutschen Christdemokraten wollen den „Prozess der Abschaltung und des Rückbaus der Kernkraftwerke sowie der zeitlich begrenzten Zwischenlager begleiten“, betonen sie in ihrem Wahlprogramm. Die CDU wolle dabei verantwortungsvoll für die nachfolgenden Generationen „den Prozess steuern und umsetzen“, heißt es weiter.
  • Bündnis 90/Die Grünen: Die Grünen haben sich für die nächste Wahlperiode vorgenommen, dass auch Brokdorf vom Netz genommen wird und für alle drei Reaktoren der Rückbau beginnen kann. Sie setzen sich für ein transparentes Vorgehen und die Einbindung der Bürger ein. Darüber hinaus setzen sich die Grünen auch für eine Auflösung der Euratom-Verträge ein.
  • Piratenpartei: Die Atomenergie ist ein Abenteuer, das niemals hätte begonnen werden dürfen“, heißt es im Abschnitt „Atomenergie“ des Wahlprogramms der Piraten. Sie setzen sich für einen sofortigen Atomausstieg ein. Bis zur Errichtung eines Endlagers müsse der Atommüll so sicher wie möglich gelagert werden, heißt es weiter.
  • Die Linke: Auch die Partei mit den Spitzenkandidaten Marianne Kolter und Uli Schippels setzt sich für einen sofortigen Ausstieg ein, denn die damit verbundene „Gefährdung der Menschen durch diese Hochrisiko-Technologien sind nicht zu rechtfertigen“, heißt es im Wahlprogramm.
  • FDP: Die Liberalen sehen die Kernenergie als „auslaufende Übergangstechnologie.“ Die Freien Demokraten halten daher an den Ausstiegsbeschlüssen fest. Somit solle auch das AKW Brokdorf wie geplant bis 2021 am Netz bleiben. nDie Partei mit Spitzenkandidat Wolfgang Kubicki sieht den Atomausstieg erst dann als erfolgreich an, wenn „das letzte strahlende Brennelement aus den Zwischenlagern in einer stabilen geologischen Tiefe untergebracht wurde.“ Daher dürfe es auch nicht bei der Endlagersuche zu weiteren Verzögerungen kommen.
  • SSW: Der Südschleswigsche Wählerverband sieht die Energiewende weg von der Atomkraft als „technisch möglich, ökologisch notwendig und volkswirtschaftlich sinnvoll“ an. Der SSW sehe ab 2021, wenn das letzte AKW vom Netz gegangen ist, die Möglichkeit, den Energiebedarf des Landes durch erneuerbare Energien „zu decken und zu exportieren.“
  • AfD: Die AfD tritt laut Wahlprogramm dafür ein, sich „an internationalen Programmen zur Entwicklung neuer kerntechnischer Anlagen für die Stromerzeugung“ zu beteiligen. Ferner setze sich die Partei dafür ein, auch andere Formen der Energiegewinnung wie etwa Kernfusion weiterzuentwickeln.
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