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Kreis Pinneberg : Polizei plädiert für Tempo 80

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Geschwindigkeitsbegrenzung auf Landstraßen soll zu mehr Sicherheit beitragen. ADAC und Politik sind gegen den Vorschlag.

von
erstellt am 08.Feb.2015 | 10:00 Uhr

Die Forderung des Deutschen Verkehrgerichtstags nach einem allgemein verbindlichen Tempolimit von 80 Kilometern pro Stunde auf Landstraßen stößt bei der Polizei im Kreis Pinneberg auf Sympathie. „Bislang gelten für Pkw und Lkw unterschiedliche Höchstgeschwindigkeiten von 100 beziehungsweise 60 Kilometern pro Stunde. Eine Angleichung könnte weniger Überholvorgänge und insgesamt eine Harmonisierung des Verkehrs zur Folge haben“, sagt Sandra Mohr, Sprecherin der auch für den Kreis Pinneberg zuständigen Polizeidirektion Bad Segeberg. Auch der ebenfalls angeregte Bau dritter Spuren könne für mehr Sicherheit sorgen.

Die Statistik untermauert die Notwendigkeit: Außerhalb geschlossener Ortschaften krachte es alleine auf den Landesstraßen (ohne Bundes- und Kreisstraßen) im Kreisgebiet im vergangenen Jahr 166 Mal – so oft, wie seit 2009 nicht mehr. Dabei gab es zwar glücklicherweise keine Todesfälle, 18 Menschen wurden allerdings schwer verletzt. In ganz Deutschland sterben dem Statistischen Bundesamt zufolge jährlich etwa 1900 Menschen auf Landstraßen, das entspricht mehr als der Hälfte aller tödlichen Verkehrsunfälle.

Beim ADAC stößt der Vorstoß des Verkehrsgerichtstags indes auf Kritik. So sei der Bau zusätzlicher Fahrspuren nicht zu stemmen. „Es gibt jetzt schon einen riesigen Investitionsrückstau in Schleswig-Holstein“, sagt Landessprecher Ulf Evert. Zwar seien Landstraßen in der Tat „deutlich gefährlicher als Autobahnen“, die Forderungen dennoch „purer Aktionismus“. Sinnvoller sei es vielmehr, aktuelle Tempolimits besser zu kontrollieren. Ernst Dieter Rossmann, Kreis Pinneberger SPD-Abgeordneter im Bundestag, plädiert für „mehr Tempo-80-Zonen, wo es notwendig ist“, lehnt ein allgemeines Limit aber ebenfalls ab.

Ole Schröder hält die Idee sogar für eine „Zumutung“. „Es muss “, so der CDU-Bundestagsabgeordnete des Kreises, „verantwortungsbewussten Autofahrern außerhalb der Ortschaften auch weiterhin möglich sein, 100 zu fahren – wenn es die Bedingungen erlauben“.

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