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Pinneberger Tageblatt

21. Oktober 2017 | 05:13 Uhr

Polizei: Kleine Stationen vor dem Aus ?

vom

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erstellt am 07.Mai.2013 | 01:14 Uhr

Pinneberg | Zwölf Polizeistationen gibt es im Kreis Pinneberg. Wie viele es in einigen Jahren noch sein werden, ist derzeit völlig offen. Gut möglich, dass die Stationen in Appen, Holm, Kummerfeld, Haseldorf und Brande-Hörnerkirchen geschlossen werden. Denn die Führung der zuständigen Polizeidirektion Bad Segeberg überprüft derzeit die Organisationsstruktur.

So gut wie sicher ist, dass die Station in Appen bald Geschichte sein wird. Im "Sommer oder Herbst" wird der Standort geschlossen, meinen Andreas Görs, Leiter der für den Kreis Pinneberg zuständigen Polizeidirektion Bad Segeberg, und sein Stellvertreter Dirk Petersen. Die Station existiert praktisch schon nicht mehr, denn bereits seit einem Jahr ist sie nicht mehr besetzt. Appen wird deshalb auch in Zukunft von Pinneberg aus versorgt.

Ebenfalls keine Zukunft dürfte die Ein-Mann-Station in Haseldorf haben. Das Haus, in dem die Station untergebracht ist, gehört dem örtlichen Beamten. Und der geht in einem Jahr in den Ruhestand. Deshalb, so Petersen, werde damit wohl auch die Haseldorfer Polizeistation quasi in den Ruhestand gehen.

Ein-Mann-Stationen sind aus Sicht der beiden polizeilichen Führungskräfte ohnehin ein Auslaufmodell. Zum einen seien die Beamten lediglich 15 bis 20 Stunden pro Woche in der Station tätig. Die übrige Zeit würden sie für Dienste außerhalb ihres Wirkungsbereichs eingesetzt. Sinnvoll seien Stationen, die groß genug seien, dass sich die Kollegen selbst bei Urlaub und freien Tagen vertreten könnten. Und dazu seien mindestens drei Mann nötig.

Zum anderen ist die Polizeiarbeit in den vergangenen Jahren immer gefährlicher geworden. "Wir wollen möglichst nicht mehr, dass Polizisten allein arbeiten", sagt Petersen. Schließlich hätten Vorgesetzte auch Fürsorgepflichten. Selbst eine vermeintlich harmlose Ruhestörung könne heutzutage schnell ausarten. Nicht zuletzt deshalb ziehe es auch jungen Kollegen nicht mehr auf Ein-Mann-Stationen. "Der klassische Dorfgendarm ist in der Nachwuchsgewinnung nicht mehr vorhanden", so Petersen.

Das bedeute allerdings nicht, dass nun umgehend alle Ein-Mann-Stationen geschlossen würden. Im Kreis Pinneberg gibt es diese außer in Haseldorf noch in Brande-Hörnerkirchen, Kummerfeld und Holm. Wenn der Stelleninhaber, wie in Haseldorf, in den Ruhestand geht, werde natürlich über die Zukunft der Station nachgedacht, erläutert Petersen. In Holm, Kummerfeld und Brande-Hörnerkirchen sei das aber nicht der Fall. "Deshalb ist das kein aktuelles Arbeitsthema", sagt Petersen. Anders sieht es im benachbarten Kreis Segeberg aus. Petersen: "Alveslohe ist in der Prüfung."

Zudem, so versichert Görs, sei das Motiv für mögliche Schließungen von Polizeistationen nicht die Konzentration der Kräfte auf wenige Standorte: "Wir wollen nicht aus der Fläche raus. Polizei gehört da hin, wo Polizei gebraucht wird." Das seien aber nicht unbedingt die ländlichen Standorte. Denn rund 90 Prozent der Polizeiarbeit werde von gerade einmal zehn Prozent der Bevölkerung verursacht.

Denkbar ist aber auch, dass die drei Stationen Haseldorf, Holm und Moorrege (derzeit vier Beamte) zu einer Station mit fünf bis sechs Mann zusammengelegt werden. "Wir sind an dem Thema dran. Hier wird etwas passieren, aber es gibt noch keine Vorentscheidung", erklärte Petersen. Auch ein möglicher Zusammenschluss der Städte Uetersen und Tornesch, in beiden Städten gibt es Polizeistationen, könne Auswirkungen auf die polizeiliche Organisation in dem Bereich haben.

"Wir haben keine konkreten Vorgaben, werden alles sorgfältig analysieren und in Ruhe entscheiden", versprach Görs. Zudem würden die Belange der Bürger immer mit berücksichtigt. Das letzte Wort über mögliche Schießungen von Polizeistationen hat der Innenminister.

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