Kreis Pinneberg : Polizei erhöht die Wachsamkeit

Szene von der Demonstration am 21. Dezember in Hamburg. Vermummte Chaoten attackieren die Polizei.
1 von 2
Szene von der Demonstration am 21. Dezember in Hamburg. Vermummte Chaoten attackieren die Polizei.

Beamte im Kreis sind über Vorfälle in Hamburg beunruhigt. Kreischef der Gewerkschaft der Polizei fordert mehr Personal.

shz.de von
11. Januar 2014, 06:00 Uhr

Die Vorfälle bei den Krawallen in Hamburg haben bei der Polizei im Kreis Pinneberg für Entsetzen gesorgt. Die Gewerkschaft der Polizei fordert nun auch wegen der Vorfälle zusätzliches Personal.

Allerdings hat sich die mittlerweile fast tägliche Gewalt von Linksradikalen bislang auf Hamburg beschränkt. "Ähnliche Vorfälle wie jüngst in Hamburg waren im Direktionsbereich jetzt und auch in der Vergangenheit nicht feststellbar", sagte Polizeisprecherin Sandra Mohr.

Dennoch würden die Angriffe auf Polizisten in der Hansestadt auch in den an Hamburg angrenzenden Kreisen Pinneberg und Segeberg die Beamten beunruhigen. "Die Polizei reagiert daher mit erhöhter Sensibilität und Wachsamkeit auf den hiesigen Dienststellen im Hinblick auf Eigensicherung sowie Gebäudesicherung", sagte Mohr. Konkrete Konzeptionen für eine Neuausrichtung des Dienstgeschäftes gebe es allerdings bislang nicht.

"Ich bin über diese Auswüchse hochgradig entsetzt", sagte Reimer Kahlke, Kreis-Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP). Die Gewerkschaft fordere schon lange, Angriffe auf Polizeibeamte härter zu ahnden. Wenn jemand Gesetze durchsetzen müsse und dabei mit Gehwegplatten beworfen werde, sei das eine ganz andere Qualität als wenn sich jemand gegen das Wegtragen bei einer Sitzblockade wehre. Kahlke: "Es muss etwas geschehen, die Art und Weise der Angriffe auf Staatsorgane ist nicht mehr hinnehmbar." Neue Waffen für die Polizei lehne er allerdings ab: „Meine persönliche Meinung ist, dass die Polizei nicht weiter aufrüsten muss. Wir sind ja normalerweise eine friedliche Gesellschaft."

Kahlke sei auch nicht begeistert, dass Polizisten aus Schleswig-Holstein zu Einsätzen bei Demonstrationen in Hamburg müssten. Denn: "Wir haben zu wenige Kollegen." Sein Vorschlag: "Weniger Aufrüstung, mehr Kollegen. Das wäre wünschenswert."

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen