Kreis Pinneberg : Polizei erhöht den Druck auf Einbrecher

Die „Soko Wohnung“ bleibt auch im Sommer bestehen. Mehr Taten in der dunklen Jahreszeit verzeichnet.

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03. April 2018, 10:40 Uhr

Kreis Pinneberg | Die Polizei erhöht den Druck auf Einbrecher. Die „Soko Wohnung“, die sich ausschließlich dem Kampf gegen Einbruchskriminalität widmet, wird auch in den Sommermonaten einsatzbereit bleiben. Das hat die Polizeiführung während der Sitzung des Polizeibeirats des Kreistags angekündigt. Und das ist durchaus nötig. Denn die Zahl der Einbrüche ist in den vergangenen Monaten im Kreis Pinneberg wieder angestiegen.

„Die Sonderkommission Wohnung wird  aufrechterhalten“, kündigten Andreas Görs, Leiter der Polizeidirektion Bad Segeberg, und Sarah Lampe, Leiterin der Pinneberger Kriminalpolizei an. „Der Einsatz war erfolgreich“, sagte Görs.

Das Jahr 2017 betrachtet, ist die Zahl der Einbrüche zwar rückläufig. Dennoch ist der Kreis Pinneberg nach wie vor Ziel von Einbrecherbanden. Aus polizeilicher Sicht ist die dunkle Jahreszeit von Anfang Oktober bis Ende März die Einbruchssaison. Und in dieser Zeit waren die Kriminellen besonders aktiv. Die Zahl der registrierten Taten stieg in diesem Zeitraum, verglichen mit der Einbruchssaison 2016/2017,  sogar um zehn Prozent an, wie Lampe berichtete. „Wir hatten im vergangenen Jahr eine extrem ruhige Nebensaison“, sagte die Kripochefin.

In der Weihnachtszeit schlugen die Täter zu

Dagegen schlugen die Täter besonders um Weihnachten und Neujahr zu. Zum Glück für die Betroffenen: Bei rund der Hälfte der Fälle schafften die Langfinger es nicht, sich Zutritt zu Wohnungen und Häusern zu verschaffen. Oder sie stahlen nichts, möglicherweise, weil sie gestört wurden.

Allerdings werden die Einbrecher nach Erkenntnis von Lampe rabiater: „Wenn die nicht gleich in die Häuser kommen, wird auch  mal eine Scheibe eingeschlagen.“ Rund 50 Prozent der Täter stammen nach Kripoerkenntnissen aus dem Ausland. Besonders bei denen habe die Erhöhung der Mindeststrafe auf ein Jahr Gefängnis Wirkung erzielt. „Gerade ausländische Tatverdächtige rechnen nicht mit Haft. Die brechen dann, vor allem kurz vor Weihnachten, schon mal in Tränen aus“, berichtet Lampe. Von 30 vorläufig Festgenommenen seien in dieser Saison 20 in U-Haft gekommen. In der Regel sei ein Täter für Dutzende von Einbrüchen verantwortlich.

„Die Konzentration aller Ermittlungskompetenzen ist ein großer Vorteil der Soko Wohnung“, sagt die Pinneberger Kripoleiterin Lampe. 19 Ermittler arbeiten von Pinneberg aus, sechs von Bad Segeberg. Wie nötig das ist, zeigt auch diese Zahl: In etwa 35 Prozent aller Wohnungseinbruchsdiebstähle in Schleswig-Holstein geschehen in den Hamburger Randkreisen.

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