Polizei-Big-Band bangt um ihre Zukunft

Verkehrserziehung mit Humor.Hofmann
Verkehrserziehung mit Humor.Hofmann

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18. Januar 2013, 01:14 Uhr

Halstenbek | Verkehrserziehung mit Musik - damit soll bald Schluss sein. 2015 könnte für die Polizei-Big Band Schleswig Holstein das Ende bedeuten, denn das Innenministerium hat über die Zukunft der 22 leidenschaftlichen Musiker entschieden. Das Geld ist zu knapp und die Polizisten werden für den operativen Bereich benötigt. "Das Projekt ist für die Kinder etwas ganz Tolles, und mit Musik ist die Verkehrserziehung viel abwechslungsreicher als ohne. Wann haben die Kinder schon die Möglichkeit, eine Big Band live zu erleben?", betonte Jiri Halada, Leiter der Big Band. Ein ganz besonderer Moment für Halada sei es, wenn die Kinder sich nach dem Auftritt entschließen, ein Instrument zu erlernen. Die Abschaffung der Big Band wäre für die Mitglieder ein harter Schlag, denn fast alle sind ausgebildete Musiker. Ihre Leidenschaft geht direkt auf die Kinder über.

So auch bei den Grundschülern der Gemeinschaftsschule an der Bek. Ganz aufgeregt und hippelig warteten die zirka 270 Schüler in der Turnhalle auf die ersten Töne der Band. Unterstützung holte sich die Big Band von den Verkehrserziehern Harald Poppe und Jürgen Schlichting von der Polizeidirektion Bad Segeberg. Mit lustigen und gut einstudierten Sketchen spielten Schlichting und Poppe den Kindern Verkehrssituationen vor. Wie man die Straße richtig überquert und worauf man beim Fahrradfahren achten muss wurde gemeinsam mit den Kindern erarbeitet. "Das Tolle an diesem Projekt ist auch, dass die Kinder in die Sketche miteinbezogen werden", freute sich Josefine Gülzow. Sie übernahm die Organisation für diese spezielle Verkehrserziehung. Im ständigen Wechsel wurden die Sketche gespielt und die Big Band zeigte ihr Können. Bei "Smoke on the water", "Fluch der Karibik" oder "We will rock you" konnten die Mädchen und Jungen nicht mehr länger still sitzen und tanzten mit. Erst nach drei Zugaben war die Veranstaltung vorbei. "Die Kinder haben so viel Spaß gehabt. Umso schlimmer, dass ausgerechnet so eine Aktion abgeschafft werden soll", sagte Gülzow betrübt.

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