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Pinneberger Tageblatt

16. Dezember 2017 | 20:31 Uhr

Pinneberg : Politiker streiten um das Tempolimit

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Lärmschutz: Die Verwaltung will auf mehreren Hauptverkehrsstraßen Geschwindigkeitsbeschränkungen einführen. CDU und FDP sind skeptisch.

shz.de von
erstellt am 12.Sep.2014 | 12:00 Uhr

Pinneberg | Die Kreisstadt soll ruhiger werden. Mit einem Lärmaktionsplan möchte die Stadtverwaltung gegen Geräuschbelastung durch Straßenverkehr vorgehen. Wichtige Verkehrsadern der Stadt sollen demnach teilweise in Tempo-30-Zonen umgewandelt werden. Doch die Pinneberger Politiker zögern noch. Stadtentwicklungs- und Umweltausschuss vertagten am Dienstag die Entscheidung, ob das Konzept aus dem Rathaus umgesetzt wird.

Der Lärmaktionsplan der Stadtverwaltung sieht vor, dass folgende stark befahrene Straßenabschnitte dauerhaft in Tempo-30-Zonen umgewandelt werden: Die Elmshorner Straße zwischen Autobahnbrücke und L76, der Thesdorfer Weg zwischen Starenkamp und Richard-Köhn-Straße, die Richard-Köhn–Straße zwischen Thesdorfer Weg und Oeltingsallee sowie die Prisdorfer Straße zwischen Elmshorner Straße und Ziegeleiweg. Tempo-30 zwischen 22 und 6 Uhr soll auf der Elmshorner Straße zwischen L76 und Markt, auf dem Damm zwischen Verbindungsstraße und Stadtgrenze sowie auf dem Thesdorfer Weg zwischen Richard-Köhn-Straße und Großer Reitweg eingeführt werden. Außerdem soll die Zahl der Fahrstreifen auf dem Thesdorfer Weg zwischen Manfred-Richthofen-Straße und Großer Reitweg reduziert werden.

„Der Maßnahmenkatalog hätte weitreichende Folgen“, äußerte Carl-Eric Pudor (CDU) in der Sitzung seine Bedenken. Christdemokraten und Vertreter der FDP warnten vor unerwünschten Nebeneffekten des ohrenschonenden Tempolimits. Freidemokrat Manfried Heinrich berichtete von einem nächtlichen Selbstversuch: „Ich bin die gleichen Strecken einmal mit 50 und einmal mit 30 Stundenkilometern abgefahren, der Benzinverbrauch ist bei Tempo 30 um zehn Prozent höher.“ Damit stiege auch der Schadstoffausstoß. Sein Fazit: „Wenn wir ein Tempolimit einführen, können die Anwohner besser schlafen, müssen aber mehr husten.“ Ein weiterer Nachteil in den Augen des Politikers: „Wir stehlen Pendlern mit einer Geschwindigkeitsbeschränkung wertvolle Zeit.“

CDU-Mitglied Florian Kirsch stimmte als ausgebildeter Kfz-Mechaniker zu: „Bei niedrigeren Geschwindigkeiten sind die Drehzahlen meist höher – natürlich verbrauchen Autos dabei mehr Benzin.“ Er befürchtet außerdem, dass lieber auf dem direkten Weg durch Wohngebiete gefahren wird, wenn auch auf den Hauptverkehrsstraßen Tempo 30 gilt.

SPD und Grüne sprechen sich dagegen für eine Geschwindigkeitsreduzierung aus. „Wir müssen wegen der Lärmbelastung unbedingt reagieren“, kommentierte Ratsherr Manfred Stache (Grüne & Unabhängige). Ein Tempolimit sei dabei eine günstige Lösung. Derzeit kalkuliert die Stadt mit knapp 30 000 Euro das Aufstellen der Tempo-30-Schilder. Für Stache sind Geschwindigkeitsbeschränkungen in Innenstädten die Zukunft. Auch Gerhard Thomsen (SPD) sagte: „Wir sind für die Geschwindigkeitsbeschränkung“. Die Fahrstreifenreduzierung am Thesdorfer Weg wollen die Sozialdemokraten aber noch einmal überdenken.

Der nächste Termin für eine Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses ist am Dienstag, 30. September. Dann könnte das Thema erneut auf der Tagesordnung stehen.

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