Wabe-Campus auf Eggerstedt-Gelände : Politiker in Pinneberg halten am Millionen-Projekt fest

Wabe-Zahlungsaufschub: Verwaltung legt noch einen Monat drauf.

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21. Juli 2015, 10:00 Uhr

Pinneberg | Zeit ist Geld, heißt ein Sprichwort. Auch für den Hamburger Bildungsträger Wabe. Er braucht allerdings Zeit, um erst einmal das Geld für sein 100-Millionen-Euro-Projekt zu beschaffen.

Wie berichtet, ist der Bildungsträger mit 2,6 Millionen Euro für zwei Grundstücke auf dem Eggerstedt-Gelände im Verzug. Dort sollen Teile des geplanten Bildungscampus gebaut werden. Bis zum 15. September erbat Wabe-Geschäftsführer Marcel Graff Aufschub. Nun haben Verwaltung und Politik noch einen Monat draufgelegt. Bis zum 31. Oktober hat die Wabe jetzt Zeit, den Forderungen der Stadt nachzukommen und die nötigen Investoren zu finden. Daran scheiterte es nämlich bislang.

Doch die Politik bleibt entspannt. Die Stadtvertreter stehen hinter dem Vorhaben – das ist das Ergebnis einer Anfrage dieser Zeitung. Auch wenn der ein oder andere skeptisch ist. „Wir finden das Projekt super und stehen dahinter. Die Zeit war knapp und Graff braucht noch Spielraum,“ sagt Torsten Hauwetter (CDU). Er erinnert daran, dass es auch Verzögerungen im Zuge der Beschaffung von Fördergeldern beim Kreis Pinneberg für die Wabe-Kindertagesstätte auf dem Eggerstedt-Gelände gab. Das Problem ist aus der Welt geräumt – die Kita hat ihren Betrieb erfolgreich aufgenommen. „Das Projekt hat mit Verzögerungen angefangen“, sagt Hauwetter.

Ambitioniertes Vorhaben:  Internationale Privatschule,Vier-Sterne-Hotel sowie Sport- und Schwimmhalle sollen auf dem Eggerstedt-Gelände gebaut werden.
Foto: Pt
Ambitioniertes Vorhaben: Internationale Privatschule,Vier-Sterne-Hotel sowie Sport- und Schwimmhalle sollen auf dem Eggerstedt-Gelände gebaut werden.

Auch die SPD glaubt an das Millionen-Euro-Vorhaben, mit dem die Stadt eine Aufwertung erfahren soll. „Wir sind nicht der Meinung, dass das Projekt an einem seidenen Faden hängt. Der Zeitaufwand, den Graff benötigt, ist bei solchen Projekten normal. Wir hoffen, dass die Zeit genutzt wird“, sagt SPD-Fraktionsvorsitzende Angela Traboldt.

Joachim Dreher appelliert an die Verwaltung Risikofakten zu berücksichtigen

Zwar halten auch die Grünen an dem Vorhaben fest, doch Joachim Dreher, Fraktionsvorsitzender der Grünen, mahnt: „Wir sollten auch über Alternativen nachdenken.“ Bereits während der jüngsten Sitzung der Ratsversammlung appellierte Dreher an die Verwaltung, die Risikofakten zu berücksichtigen und einen Plan bereitzuhalten, falls das Campus-Projekt storniert würde. Er fürchtet um Umsatzeinbußen, die nicht ausgeglichen werden können.

„Wir haben dafür gestimmt, weil es ein großes Projekt ist und es am Anfang zu Verzögerung kommen kann. Dann muss aber auch Schluss sein. Was mich gestört hat, ist die unkritische Euphorie. Mir fehlte zu Beginn die kritische Distanz“, sagt FDP-Fraktionsvorsitzender Werner Mende.

„Die Hoffnung stirbt zuletzt. Wir wollen das Campus-Projekt wie die anderen. Wenn jetzt um Zahlungsaufschub gebeten wird, tragen wir das mit. Aber eine gewisse Skepsis ist vorhanden“, sagt Uwe Lange, Chef der Fraktion der Bürgernahen.

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