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Erinnerung an SED-Diktatur : Politiker fordert Mahnmal im Kreis Pinneberg

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die Kreiswählergemeinschaft Pinneberg will die Erinnerung an die SED-Diktatur auch im Süden Schleswig-Holsteins wach halten.

shz.de von
erstellt am 16.Aug.2014 | 10:00 Uhr

Pinneberg | Am vergangenen Mittwoch vor 53 Jahren ließ die Führung des DDR-Regimes die Berliner Mauer bauen. Der 13. August ist deshalb ein wichtiger Tag, um an die Geschehnisse zu erinnern, so die Kreiswählergemeinschaft Pinneberg (KWGP). Mehr noch: Die Wählergemeinschaft fordert eine Gedenkstätte für den Kreis Pinneberg. Dort, so KWGP-Chef Burghard Schalhorn, müsse jährlich an die Taten des SED-Staats erinnert werden. „Unfreiheit und Diktatur des kommunistischen Unrechtsstaats dürfen nicht in Vergessenheit geraten“, sagt er.

Schalhorn weiß, wovon er spricht: Aufgewachsen auf Usedom, gelang ihm einen Tag vor dem Bau der Mauer die Flucht in den Westen.

„Zum 53. Jahrestag des Mauerbaus sollten die Bürger der Opfer des kommunistischen Unrechtsstaats gedenken. Der 13. August 1961 war für Deutschland ein schwarzer Tag“, sagt Schalhorn.

Bedauerlicherweise sei von keiner Seite des Kreises Pinneberg eine Gedenkveranstaltung oder eine Kranzniederlegung vorgesehen gewesen. Deshalb will die KWGP an „dieses für Deutschland so schreckliche Ereignis erinnern“, erläutert Schalhorn sein Vorhaben. Denn an der innerdeutschen Grenze haben 872 Menschen ihr Leben gelassen. Hunderte wurden aus politischen Gründen eingekerkert und zum Teil gefoltert.

Schalhorn kritisiert, dass seiner Auffassung nach, darüber heutzutage kaum noch Aufklärung in Schulen oder Universitäten stattfindet. „Der Kommunismus, egal welcher Prägung, ist schon immer eine Gefahr für die Menschen weltweit gewesen und wird es auch weiterhin sein“, sagt er.

„Unerträglich“ findet der KWGP-Chef, dass die SED-Nachfolgepartei, die Linke, mit dem ehemaligen SED-Chef Gregor Gysi, im Bundestag vertreten ist und mit Steuergeldern finanziert wird. Seiner Ansicht nach habe sich die Partei nie wirklich „von der Ideologie ihrer Altvorderen losgesagt“.

Völlig zu Recht, so Schalhorn, werde in den Schulen das schlimmste Kapitel deutscher Geschichte, die Zeit des Nationalsozialismus, aufgearbeitet. „Zur Aufarbeitung der deutschen Geschichte gehört aber auch das Kapitel Kommunismus und SED-Diktatur in Deutschland“, mahnt der Politiker. Deshalb fordere die KWGP eine Gedenkstätte oder einen Gedenkstein sowie eine jährliche Gedenkstunde. Schalhorn: „Die Opfer haben es verdient.“

Vom 13. August 1961 bis zum 9. November 1989 hat die Berliner Mauer Deutschland geteilt. Familien auseinandergerissen. Freunde voneinander getrennt. Wirtschaftsbeziehungen unterbunden. Mehr als 28 Jahre riegelte sie die Deutsche Demokratische Republik ab. Wer versuchte, das Grenzbefestigungssystem zu durchbrechen, musste mit dem Tod durch Erschießen rechnen. Die Folge: Hunderte starben an der Berliner Mauer. Hunderte wurden beim Fluchtversuch gestellt und inhaftiert. Erst am Abend des 9. Novembers 1989 wurden die mehr als 16 Millionen deutschen DDR-Bürger freigelassen: Ihnen wurde die Ausreise in den Westen gestattet.
Anlässlich dieses Tags, der sich 2014 zum 25. Mal jährt, möchte diese Zeitung die Ära der Berliner Mauer mit den Erfahrungen der Leser dokumentieren. Dazu sind alle aufgerufen – auch Vereine, Verbände und Wirtschaftsunternehmen – ihre Erinnerungen aufzuschreiben und der Redaktion zuzusenden. Gesucht werden Geschichten, Fotos sowie andere Dokumente, die das Leben der Menschen, die heute im Kreis Pinneberg leben, während der Teilung widerspiegeln.
Diese senden Sie bitte per E-Mail mit dem Betreff „Mauerfall“ an redaktion@a-beig.de oder per Post an Pinneberger Tageblatt, Regionalredaktion, Damm 9-19, 25421 Pinneberg.
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