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Eggerstedt-Kaserne : Politik tritt auf die Bremse

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Gutachten nicht rechtzeitig: Grüne und Bürgernahe wollen Entscheidung über Veräußerung der Wohnbauflächen vertagen.

Eigentlich soll die Wohnbebauung für das Eggerstedt-Gelände morgen auf den Weg gebracht werden. Die Ausschüsse für Stadtentwicklung sowie Wirtschaft und Finanzen sollen über den städtebaulichen Vertrag abstimmen, der die Entwicklung von 250 Wohneinheiten auf 70 000 Quadratmetern durch einen Investor vorsieht. Doch die Pinneberger Grünen beantragen, die Entscheidung zu verschieben. Bürgernahe und CDU wollen sich diesem Vorschlag voraussichtlich anschließen.

Der Grund: Stand gestern Nachmittag wartet die Politik auf ein Gutachten, dass eine Einschätzung geben soll, welche Form der Entwicklung der Kaserne für die Stadt Pinneberg am lukrativsten ist. Die Verwaltung hofft zwar, dass Gutachten noch vor der Ausschusssitzung vorzulegen, doch Joachim Dreher (Grüne & Unabhängige) betont: „Man muss den Politikern auch ein bisschen Zeit geben, alles durchzuarbeiten.“ Seine Fraktion zweifelt weiter daran, ob die Wohnbebauung die Stadt nicht doch teurer kommen könnte als erwartet. „Der Investor übernimmt zwar die innere Erschließung des Geländes, die äußere Erschließung ist jedoch weiter Sache der Stadt.“ Die Grünen bezweifeln, dass die von der Verwaltung veranschlagten 2,6 Millionen Euro dafür ausreichen. „Wir denken, dass es besser ist, zunächst Gewerbe anzusiedeln, um ein finanzielles Polster zu schaffen“, so Dreher. Seine Partei wolle abwarten, ob das Gutachten diesen Standpunkt unterstützt.

Uwe Lange (Bürgernahe) betont, seine Fraktion habe noch weitere Fragen zu den Details des Investoren-Vertrags. „Das ist bisher keine befriedigende Vorlage.“ Genau wie Dreher äußert er sein Unverständnis, das der Name des Investors bisher auch der Politik nicht bekannt gemacht wurde. Auch Andreas Meyer (CDU) möchte nichts überstürzen: „Es geht um viel Geld, da wollen wir den Antrag nicht einfach durchwinken.“ Die Pinneberger Sozialdemokraten wollen dagegen keine weitere Zeit verlieren. Angela Traboldt: „Wir können dem Vertrag so zustimmen – die Stadt braucht dringend Einnahmen.“ Die Grünen äußern in einer Pressemitteilung auch ihren Unmut darüber, dass das Gutachten noch nicht vorliegt, obwohl es am 21. Februar 2013 in Auftrag gegeben wurde. Die Fraktion erhebt den Vorwurf, die Verwaltung habe das Gutachten möglicherweise bewusst zurückgehalten. Bauamtschef Klaus Stieghorst betont, das Planungsbüro habe auf die Daten aus dem Bebauungsplan warten müssen, die erst im Dezember vorlagen. „Verwaltung und Gutachter haben so schnell gearbeitet, wie es möglich war“, so Stieghorst im Gespräch mit dieser Zeitung.

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erstellt am 15.Jan.2014 | 16:00 Uhr

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