zur Navigation springen
Pinneberger Tageblatt

24. November 2017 | 19:51 Uhr

Politik gegen Mauer für die THS

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Schulsanierung Außenflächen am Gymnasium in Thesdorf sollen neu gestaltet werden / Pläne im Ausschuss vorgestellt

von
erstellt am 10.Nov.2017 | 16:27 Uhr

Eine geschwungene Pflasterung als Kontrast zur starren Bauweise der Theodor-Heuss-Schule (THS), der Erhalt der bestehenden Bäume, eine Erweiterung der Fahrradstellplätze von 540 auf 620 und ein Blindenleitsystem für den etwa 9600 Quadratmeter großen Außenbereich der Schule – es gab viele Punkte, mit denen Wolfgang Kirstein (Foto, rechts) vom Planungsbüro Dänekamp und Partner in der Sitzung des Schulausschusses bei den Politikern punktete. Doch gerade das nach außen sichtbarste Element, das zukünftige Gesicht der Schule, stieß auf breite Ablehnung: eine 1,80 Meter hohe Mauer entlang des Thesdorfer Wegs und der Datumer Chaussee.

„Sie bietet einen geringen Lärmschutz, sorgt aber vor allem für eine Abgrenzung zur Hauptstraße“, erläuterte Kirstein. „Eine 1,80 Meter hohe Wand ist für uns indiskutabel“, sagte Natalina di Racca-Boenigk (CDU, Foto). „Ich weiß, wie die nach vier Wochen außen aussieht und auch von innen wird sie sich schnell verändern.“ Sie warnte davor, dass die Mauer vor allem in den Zeiten, in denen niemand an der Schule ist, ein Sichtschutz sei, wo niemand sehe, was dahinter passiert. Eine Mauer sei mit der CDU nicht zu machen.

„Es ist ein sehr schönes Konzept, das mit der Schule abgestimmt wurde. Eine 1,80 Meter hohe Mauer klingt gewaltig. Wir wollen nicht die Berliner Mauer wieder aufbauen, aber wir brauchen einen Schutz gegen fremde Personen auf dem Gelände. Das wäre eine Einfriedung, die aus ästhetischer Sicht geeignet ist“, sagte Matthias Beimel, Schulleiter der THS.

„Es ist schwierig, bei Schulen mit Transparenz umzugehen, aber ich denke, dass eine gewachsene Abtrennung wie eine Hecke das ganze optisch schöner machen würde“, sagte Kai Vogel (SPD, rechts). Auch der Vorsitzende des Schulausschusses, Gerhard Bode (CDU), selbst jahrelang Leiter der THS, sprach sich für eine Alternative aus: „Ein begrünter Zaun wäre eine Lösung. Es muss nicht unbedingt eine Hecke mit hohem Pflegeaufwand sein.“ „Es sieht erstmal massig aus, aber wir würden es mit Zaunelementen auflockern“, sagte Kirstein. Doch das war den Mitgliedern des Schulausschusses zu wenig. „Ich bin auch, obwohl sie eigentlich dafür zu hoch ist, über die Mauer gestolpert. Das sieht aus wie ein Gefängnis“, kritisierte Doris Ochterbeck (CDU).

„Die Schule war bisher ein öffentlicher Platz. Wir würden nicht zustimmen, dass sich die Schule so abschottet“, sagte Jens Lucka (FDP). In diesem Punkt wiedersprach Beimel vehement: „Das Schulgelände ist kein öffentlicher Raum. Wir müssen die Sicherheit während der Schulzeiten garantieren und nach Schulschluss wird die Schule zugemacht. Daher gibt es kaum Vandalismus. Öffentlich zugänglich ist nur das Baseballfeld.“

Für Verwunderung bei der Politik sorgte die Reduzierung der Autostellplätze von 50 auf 38. „Wir sind keine Autoverwahrstelle, sondern eine Bildungseinrichtung. Unsere Kinder leben in einer sich wandelnden Zukunft und da wollen wir mit weniger Autoverkehr Vorbild sein“, sagte Beimel und warnte: „Jedes rangierende Fahrzeug vor der Schule ist auch eine Gefährdung für die Kinder.“

Zudem gäbe es ohnehin viele Fremdparker auf den Stellflächen, die nicht zur Schule gehören. Er sei enttäuscht, dass der Wunsch nach einer Ladestation für Elektroautos derzeit von den Stadtwerken nicht erfüllt werde. Grundsätzlich stieß die Reduzierung der Parkflächen auf Zustimmung, allerdings warnte Vogel: „Bei Sportveranstaltungen am Wochenende kommen wir schon jetzt an Kapazitätsgrenzen. Das sollten wir noch einmal überdenken.“Insgesamt 1,1 Millionen Euro veranschlagte das Planungsbüro für die Gestaltung des Außenbereichs der THS.

Die CDU schlug eine Deckelung auf eine Million Euro vor, was alle anderen Fraktionen allerdings ablehnten – ebenso wie Kosten über einer Million Euro mit einem Sperrvermerk zu versehen. „Wir sind bei einem Preis von 115 Euro pro Quadratmeter. Das ist eine Summe, mit der man arbeiten kann – unabhängig von allen Unwegbarkeiten“, betonte Bürgermeisterin Urte Steinberg (parteilos). Wie belastbar die Planungen sind, sei ohnehin offen. „Der Baumarkt kennt derzeit nur eine Richtung – nach oben. Zehn Prozent sind in jeder Ausschreibung drin, allerdings nicht nach unten, sondern nur nach oben. Daher ist es derzeit ganz schwierig, eine Kostenprognose abzugeben“, sagte Kirstein, dessen Büro allerdings noch einmal Einsparpotenziale und vor allem die Abgrenzung der Schule zu den Hauptstraßen prüfen wird.


Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen